PIXEL TATTOOS

BIX Medienfassade

29.05.-03.06.2009




 


Pixel Tattoos ist das neue Projekt für die BIX Medienfassade. Es wird das Kunsthaus Graz in einen rhythmisch pulsierenden Teppich aus durchdringenden Wahrnehmungsphänomenen verwandeln und dabei eine Interaktion zwischen der biomorphen Architektur des Kunsthaus Graz und digitalen Animationen von vier slowenischen Medienkünstlern visualisieren: Marko Batista, Igor Štromajer, Neven Korda und Luka Prinčič wurden vom Kunsthaus Graz und von der Intermedia-Künstlergruppe Aksioma mit Janez Janša dazu eingeladen, sich den ungewöhnlichen technischen Parametern dieses ganz besonderen Mediums zu stellen.


Die „minimalistische" und „limitierte" Struktur der Kunsthausfassade stellt eine Herausforderung an den künstlerischen Ausdruck dar und vermittelt eine unkonventionelle visuelle und räumliche Erfahrung: eine geisterhafte Leinwand aus dynamischen Lichtern und Reflexionen, eine Außenmembran, auf der sich ein ganz besonderer „Schreibprozess", eine ganz spezifische „Erkundung der Oberflächenspannungseigenschaften", vollzieht.


Das Resultat, das nun erstmals an der BIX Fassade zu sehen sein wird, ist ein Dialog zwischen den beiden Elementen, ein „Zwiegespräch", das sich weder innerhalb noch außerhalb des Gebäudes ereignet, sondern genau auf seiner Haut.


BIX Medienfassade/ Eröffnung im Medienkunstlabor:
Freitag, 29. Mai 2009, 20.00 Uhr


CREDITS:
Production
: Aksioma - Institute for Contemporary Art, 2009
Kunsthaus Graz
Supported by: the Ministry of Culture of the Republic of Slovenia
the Municipality of Ljubljana


Projekt-Reihe


Marko Batista
H-Structure:101
Marko Batistas in Pixel Tattoos präsentierte neue Videoarbeit ist Teil einer Serie mit dem Titel „Displaced Objects and Hybrid Structures", in der der Künstler sein Augenmerk auf den Gedanken von taktischem Transport und kybernetischer Mobilität durch spezifische modulare Ereignisse legt. Unter Verwendung zeitgenössischer architektonischer Umgebungen führt Batista visuelle Intervention als Teil einer hybriden Struktur ein, die auf so genannten „Meta"-Beziehungen und Objekten in Form von gleichzeitig realen, sozialen und diskursiven Formationen beruht. Der Künstler, Medientheoretiker und Wissenschaftler Trebor Scholz erläutert dazu wie folgt: „Dezentralisierte Echtzeit-Interaktionsstrategien und (Daten-) Übertragung zur gemeinsamen Nutzung und Bearbeitung sind Beispiele für dynamische Systeme mit hohem Komplexitätsgrad, so wie Kultur an sich als höchst komplexes System betrachtet werden kann."
Marko Batista ist ein in Ljubljana und London lebender Mixed-Media-Künstler. Zusammen mit Miha Horvat (son:DA) gründete er die Multimedia-Gruppe KLON:ART:RESISTANCE. Eine Reihe von Forschungsprojekten in den Bereichen digitale Bildumwandlungsprozesse, Netzwerkdaten, dislozierte Soundscapes und hybride Strukturen wurden schon bei Festivals, in Galerien und an verschiedenen Orten im urbanen Raum gezeigt.


Igor Štromajer
The Condition of the Working Class in England
(Die Lage der arbeitenden Klasse in England)
ArbeiterInnen! Euch widme ich ein Werk, ein gewissenhaftes Abbild eurer Lage, eures Leids und eures Kampfes, eurer Hoffnungen und eurer Aussichten. Ich wollte euch in euren eigenen Wohnungen sehen, euch in eurem Alltag beobachten, mich mit euch über eure Lage und eure Sorgen unterhalten, Zeugnis ablegen über euren Kampf gegen die soziale und politische Macht eurer Unterdrücker. Da ich gleichzeitig reichlich dazu Gelegenheit hatte, die Mittelklasse, eure Feinde, zu beobachten, kam ich bald zum Schluss, dass ihr vollkommen Recht habt, wenn ihr euch keinerlei Unterstützung welcher Art auch immer von ihr erwartet. Ihre Interessen sind den euren diametral entgegengesetzt. Ihre Taten strafen sie Lügen. Hat sie euren Kümmernissen jemals ernstlich Aufmerksamkeit geschenkt? Gewiss nicht, denn das sind Dinge, über die sie nicht sprechen möchte - sie hat es einem Ausländer überlassen, die zivilisierte Welt über die entwürdigende Situation in Kenntnis zu setzen, in der ihr euer Leben fristen müsst. Macht also weiter, so wie ihr es bisher getan habt. Ihr werdet noch viel erdulden müssen; seid standhaft und unerschrocken - der Erfolg ist euch gewiss und kein Schritt, den Ihr auf eurem Marsch in die Zukunft setzen müsst, wird für unsere gemeinsame Sache, die Menschlichkeit, verloren sein!
Igor Štromajer ist Multimediakünstler und intimer mobiler Kommunikator. Er erforscht taktische emotionale Zustände und intime traumatische Low-Tech-Guerillastrategien. Seine Arbeiten sind in mehr als hundert Ausstellungen in fünfzig Ländern gezeigt worden und er ist Träger zahlreicher Preise. Auf der ganzen Welt ist er gern gesehener Gastvortragender an Universitäten und Instituten für zeitgenössische Kunst. Seine Werke haben bereits Eingang in die permanenten Sammlungen zahlreicher renommierter Institutionen, Museen und Galerien für zeitgenössische Kunst gefunden. Mehr unter www.intima.org


Neven Korda
The Same New Story
Ungeordnet, perfekt, schwierig, schnell, diffus,dumm, banal.
Dieselbe neue Geschichte. Liebst du mich? Kann ich dir vertrauen? Wir reden über eine moderne Grundhaltung, moderne Unsterblichkeit, moderne Zukunft, moderne Angst, moderner Mensch, moderne...
Ok, die alten Griechen waren wichtig. Auch die Ägypter und die Babylonier. Doch warum sind sie so wichtig? Die Römer bauten Straßen und waren auch wichtig - doch warum ist das so? Coole religiöse Menschen, insbesondere Juden, Christen und Muslime waren wichtig? - aber warum? Hinduismus und Buddhismus waren interessant aber nicht so wichtig - doch warum? Die Nazis waren gefährlich aber wichtig, die Kommunisten waren nicht so wichtig - doch warum gefährlich?
Das Projekt „The Same New Story" besteht aus 176 in eine PSD-Datei eingebetteten Worten - eine Arbeit aus dem Jahr 2003. Dieses Bild mit 3280 x 2460 Pixel bewegt sich über einen Raster mit 960 x 370 Screenhole-Pixeln (die BIX-Fassade) .Zusätzlich dazu gibt es ein in Genets Film gefundenes 720 x 576 Pixel-Bewegtbild.
Neven Korda ist ein Künstler, der in den Bereichen Performance und Projektkunst angesiedelt ist. Was er erforscht, praktiziert, aufzeichnet und in Ehren hält, ist die reine Kunst. Seine mit seinem visuellen Ideengestalter Barbato Kanak gemeinsam erarbeitete Videopraxis ist 100% rein. Er erzeugt artifizielle Situationen, die eine Live-Interaktion des Körpers, der Stimme, des Klanges und des Videos erfordern, die dann am Computer weiter manipuliert wird.
Darüber hinaus ist er Regisseur und Autor von Theaterperformances, Autorenfilmen, Dokumentarfilmen und Videos sowie Mentor und Veranstalter von Video-Workshops. Zu guter Letzt umfasst sein Tätigkeitsbereich auch die Archivierung und Musealisierung von Videomaterial. Mehr unter www.korda-art.si


Luka Prinčič / Nova deViator
(null)
Die elementare Fragestellung, beinahe eine Verdrossenheit, die dieser Arbeit zugrunde liegt, ist das Ringen danach, wie sich Fragen (eine zeitgenössische Kunstpraxis!) vermittels eines Monstrums wie der Fassade des Kunsthaus Graz stellen lassen. Wie kommt es, dass sich in Zeiten von HDTV (1920 x 1080 Pixel mit Millionen von Farben) ein Multimedia-Künstler der Herausforderung stellen muss, auf einem Graustufendisplay mit der Auflösung 56x25 Fragen zu stellen? Sicher, wir lieben Lo-Fi und Old-School-Pixelkunst - wirklich -, doch wir müssen uns auf Monstrosität konzentrieren... Wie kann sich ein Künstler vermittels einer Vorrichtung, die nur insofern interessant ist, als sie aus 930 Neonleuchten besteht, die 20 Mal pro Sekunde in beliebiger Intensität aufblitzen können, oder, weil sie in ein Gebäude integriert ist, das sich der Präsentation und Förderung zeitgenössischer Kunstproduktion widmet, die Frage stellen, ob der Mensch wirklich ein ödipalisiertes Tier sei? Superspielzeug oder etwas zum Anschauen?
Luka Prinčič ist ein Musiker, Klangdesigner, Medienkünstler und Performer, der schon eine Reihe von audiovisuellen und elektroakustischen Performances und Multimedia-Aktionen in physischen wie mental-emotionalen Räumen geschaffen hat. In seiner Arbeit konzentriert er sich auf die persönlich reflektierte und sozialkritische Nutzung neuer Technologien innerhalb zeitgenössischer audiovisueller Zusammenhänge. In jüngster Zeit gilt sein Interesse performativen und kritischen Überschneidungen von Subjektivität, Technologie, audiovisuellen Medien und Sound/Noise/Musik. Mehr unter http://viator.si


Brane Zorman ist Komponist und Klangmanipulator. Von 1982 bis 1986 war er Frontman der slowenischen Punkband O!KULT. Er ist ein Pionier der slowenischen Techno-Szene. Seit 1987 komponiert er Musik für Theater-, Tanz- und Multimedia-Performances und Projekte in Slowenien und auch im Ausland. In diesem Zusammenhang hat er schon Gastauftritte in ganz Europa absolviert. In jüngster Zeit arbeitet er mit Irena Pivka an ZONE, einer Serie aus audiovisuellen Installationen. Mehr unter www.cona.si


Aksioma - Institute for Contemporary Art ist eine gemeinnützige Kulturinstitution mit Sitz in Ljubljana, Slowenien, - und einem ausgeprägten Interesse an Projekten, in denen neue Technologien zur Erforschung und Diskussion (post)moderner Gesellschaftsstrukturen herangezogen werden. Aksioma richtet sein Augenmerk dabei auf Kunstproduktion, die der Erforschung sozialer, politischer, ästhetischer und ethischer Belange gewidmet ist. Mehr unter www.aksioma.org


Kunsthaus Graz

Lendkai 1
8020 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9200
kunsthausgraz@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
Di-So, Feiertag 10 - 17 Uhr


Führungen
Sa 15:30 Uhr, So & Feiertag 11 Uhr (DE), So 14 Uhr (EN), Abweichungen möglich. Weitere Termine finden Sie im Kalender oder nach Voranmeldung

Architekturführungen
in ausstellungsfreien Zeiten, Di-So, Feiertag 11, 14 Uhr (So EN) und 15:30 Uhr (DE) oder auf Anfrage

Kunsthauscafé
Mo-Do 9-23 Uhr
Fr-Sa 9-1 Uhr
So 9-20 Uhr
T +43-316/714 957

 

22. April
10. Juni

24. bis 25. Dezember

Neugierig, was sich auf der BIX-Fassade jetzt gerade tut?

>>  Hier geht es zur Livecam

http://bixcam.kunsthausgraz.at/