Video Initiative Graz / Lukas Marxt

Dritter Wechsel der Desiderate

20.03.-28.04.2013


im Rahmen der Ausstellung medien.kunst.sammeln. Perspektiven einer Sammlung (LINK Veranstaltung)


Video Initiative Graz
Video Lokales Fernsehen, 1975–1983


Was sich 1975 durch die „Projektgruppe Lokales Fernsehen“ (Rainer Verbizh u. a.) und 1976 gemeinsam mit der „Video Initiative Graz“ (Peter Hueber und Herbert Prepeluh u. a.) als alternativer Medienversuch in der Steiermark entwickelt hat, ist aus heutiger Sicht höchst visionär gewesen. Viele Formulierungen innerhalb der Gegenwartskunst zwischen sozialem Engagement und politischem Aktivismus, sowie die rasante Entwicklung innerhalb der Telekommunikation und des Bereiches „social media“, lassen hier eine wichtige Vorreiterrolle erkennen. Die lose Gruppierung, die ab 1977 unter dem Namen „Video Initiative Graz“ weiterarbeitete, hatte Kunst nicht als primäres Ziel vor Augen. Vielmehr verfolgte sie den avantgardistischen Gedanken von der gesellschaftsverändernden Kraft, die durch die Kunst wirksam werden sollte. „Unser Ziel ist es, mit der Bevölkerung Fernsehen zu machen, das auf Bedürfnisse, Interessen und Probleme im lokalen und regionalen Lebensbereich eingeht.“ Arbeitende Menschen, prinzipiell fern von künstlerischen Praktiken, sollten plötzlich mit der Kamera ihr soziales Umfeld dokumentieren. Medien werden als gesellschaftsverändernde Kraft eingesetzt, ohne ausschließlich ökonomisches Kalkül und mit sozialer Dimension.

Lukas Marxt
Solid Interception, 2012


Der aus der Steiermark stammende und in Köln lebende junge Künstler Lukas Marxt bedient sich zweier Zugänge zur Kunstproduktion. Zum einen ist es die reale Erfahrung der Umwelt – entlegene Orte, die den Menschen nicht vorsehen, ihm Einsamkeit und Ausgesetztheit bieten. Zum anderen ist es die Dokumentation dieser Reiseerfahrungen durch Video. Das technische Instrument wird dabei zur kreativen, letztlich formgebenden Kraft der Bildwerdung. Marxt ist dabei den Überlegungen der „Land Art“ auf der Spur und scheint sie für die aktuelle Wahrnehmung von Natur und Umgebung zu überprüfen. Lukas Marxt: „Es ist die Natur als ihr Schauspiel, was mich reizt, das was Spinoza ‚natura naturans‘, die selbsttätige Natur, genannt hat.“ Der Mensch spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle und ist dem Geschehen ausgeliefert. Was der Künstler hier visualisiert, erstaunt uns und gibt neue Dimensionen der Naturwahrnehmung frei.

Kunsthaus Graz

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31. Dezember

24. bis 25. Dezember