fiber and liquids

Eine digitale Ausstellung im "Darknet"


In Kooperation mit GFZK Leipzig und Kunstverein Harburger Bahnhof.

Kuratiert von: Jens Geiger, Jennifer Smailes und Viktoria Tiedeke

Technische Umsetzung: FABIAN DONAY
Grafik: NADINE PRIGANN


In seiner ideologischen Aufladung ist das sogenannte „Darknet“ zum ambivalenten Sehnsuchtsort geworden. Es funktioniert als Chiffre für unkontrollierbare Bedrohungen aus dem digitalen Raum auf der Schattenseite globaler Vernetzung und ist zugleich als digitales Unterbewusstsein lesbar, angefüllt mit der tatsächlichen oder imaginierten Kehrseite einer behaupteten Transparenzkultur. Dies geschieht stets in eindeutiger begrifflichen Abgrenzung „klarer“ digitaler Räume, die sich anders als die Inhalte des „Darknets“ über Suchmaschinen auffinden lassen, mit dem scheinbar düsteren Internet der Kriminalität oder des politischen Untergrunds. So klingen Bilder der Aufklärung an, in denen der Topos geistiger Erleuchtung der Dunkelheit des Primitiven, Ungebildeten, Kriminellen, Devianten oder Unbewussten gegenübersteht.

 

Dieser dichotome Sprechhabitus lässt das Zeitalter des europäischen Imperialismus anklingen, das die Terrae Incognitae, die weißen Flecken auf der Landkarte „schwarzer“ Kontinente, aus eurozentristischer Perspektive mit seinen Projektionen anfüllte. Zudem wurde das Motiv des subjektiven Reiseberichts in kartografisch unerschlossenes Gebiet mit Bewegungen zu zivilisatorischen und psychologischen Ursprüngen gleichgesetzt, in denen Gewalt und Sexualität gleichermaßen als Bedrohung und Versuchung die Landschaft definierten. Auch heute, da globale Vernetzung und Transparenz der Erfassung und Verwertung materieller und menschlicher Ressourcen dienen, legitimiert und verdeckt eine dichotome Sprache neo-koloniale Bestrebungen.

 

Die digitale Ausstellung fiber and liquidsversammelt künstlerische Positionen, die das komplexe Verhältnis zwischen marginalisierten Räumen und strategischen Rückzugsorten, globaler Vernetzung und ihrer postkolonialen Auslassungen, Big Data und informellem Wissen, digitaler Transaktion und ihrer lokalen, physikalischen Verortung ausloten.

 

Die Arbeiten von Graeme Arnfield, Laura Balboa, James Bridle, Louis Henderson, Till Krause, Tuomas A. Laitinen, Christian Sievers und Suzanne Treister setzen sich auf verschiedenen Ebenen mit Fragen der (Un-)Sichtbarkeit von Personen, Prozessen und Ressourcen auseinander. Sie thematisieren verborgene Zusammenhänge zwischen analogen, digitalen und spirituellen Welten, beschreiben die Topografie von Netzwerken und verdrängte ökonomische sowie historische Grundlagen der Informationsgesellschaften des Westens.     

 

www.fiberandliquids.tv 

Wie komme ich in die digitale Ausstellung?

To enter fiber and liquids and to experience the exhibition, you will need to get the TOR-Browser. Here you can download the appropriate version of TOR for free.

 

To enter the exhibition, please re-visit in your TOR-Browser, proceed to the exhibition and use the arrows to navigate through the exhibition space.

> More information on the idea behind TOR and its technical basis you can find here.

Kunsthaus Graz

Lendkai 1
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Öffnungszeiten
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So-Do 9-23 Uhr
Fr-Sa 9-1 Uhr

T +43-316/714 957
 

Führungen

Sa 15:30 Uhr, So, Feiertag 11 Uhr (de), So 14 Uhr (en), ausnahmsweise Abweichungen möglich. Zusätzliche Termine entnehmen Sie bitte dem Kalender. Weitere Führungen nach Voranmeldung

 

1. Jänner 2018 13 - 17 Uhr
2. April 2018
21. Mai 2018
31. Dezember 2018

24. bis 25. Dezember
13. Februar 2018
24. bis 25. Dezember 2018