Einbildung

Das Wahrnehmen in der Kunst

25.10.2003-18.01.2004


Kuratiert von: Peter Pakesch, Katrin Bucher

Das Thema der ersten Ausstellung ist die Perzeption, unser Wissen um sie und die Bedingungen, denen sie unterliegt. Das heißt, die Produktion der Kunst bewusst vom anderen Ende her aufzurollen; die Kunst als kreative Wissenschaft von den Vorgängen in unserem Gehirn, und davon, wie von diesen Bilder und Vorstellungen erzeugt werden.

 

Neuere Erkenntnisse der Kognitionspsychologie und der Neurophysiologie weisen darauf hin, dass kognitive Prozesse und neuronale Vernetzungen unsere visuelle Wahrnehmung in einer sehr spezifischen Weise determinieren und steuern. Wenn wir dem britischen Hirnphysiologen Semir Zeki glauben dürfen, ist die Malerei eine Art angewandte Wissenschaft vom Funktionieren des Gehirns; danach haben ihre verschiedenen Richtungen und Tendenzen innerhalb der Moderne jeweils ihre Entsprechungen im Bereich des Physiologischen und Psychologischen, und Bilder werden nicht als Ganzes verarbeitet, sondern in verschiedene Aspekte zerlegt. Die Einbildung oder Täuschung hat Künstler wie auch Wissenschaftler immer von neuem interessiert. Denn gerade das Erforschen dieser so genannten Fehler sorgt letztendlich auch für ein Verstehen der Wahrnehmungsvorgänge selbst.

 

Im Hauptteil der Ausstellung werden die Besucher in ein Feld von Installationen, Fotografien, Gemälden und Skulpturen tauchen, die unsere Aufmerksamkeit thematisieren. Dabei werden Visualität und Akustik mit anderen Sinneswahrnehmungen zusammenspielen und ein mehrstimmiges Netz von Reizen und Reflexionen aufspannen.

Katalog

 

KünstlerInnen
Marc Adrian (A), Mario Ballocco (I), Darren Almond (GB), Alberto Biasi (I), Angela Bulloch (CDN), Anthony Caro (GB), Chuck Close (USA), Gianni Colombo (I), Jan Dibbets (NL), Olafur Eliasson (IS), Heinz Gappmayr (A), Taft Green (USA), Robert Irwin (USA), Elsworth Kelly (USA), Rachel Khedoori (USA), Liz Larner (USA), Richard Kriesche (A), Sarah Morris (USA), Ernesto Neto (BR), Max Neuhaus (USA), Matthew Ngui (SP), Helga Phillip (A), Qiu Shihua (CHN), Markus Raetz (CH), Bridget Riley (GB), David Rokeby (CND), Alfons Schilling (A), Henryk Stazewski (PL), Michael Schuster (A), Esther Stocker (I), Manfred Willmann (A), Rémy Zaugg (CH)...

 

Vieldeutigkeit in Kunst und Gedächtnis
Architectures of Vision 
Do, 18.12.2003, Space04, 19:00h
Lesung des Hirnforschers Prof. Dr. Semir Zeki 

im Rahmen der Ausstellung Einbildung - Das Wahrnehmen in der Kunst. 
Semir Zeki ist Professor für Neurobiology an der University of London. Er hat als erster eine Studie zum Thema "Visual brain" (visuelles Gehirn) verfasst. Seine bisherige Arbeit hat sich auf die visuelle Wahrnehmung des Gehirns konzentriert. Vor kurzem begann er, sich mit den neurobiologischen Grundlagen für Kunst und Ästhetik zu befassen.

 

Eine der grundsätzlichen Funktionen des Gehirns ist die Aneignung von Wissen. Das System welches es sich dafür angeeignet hat, ist dabei so flexibel, dass es die Möglichkeiten beinhaltet, sich sowohl Wissen zu eindeutig interpretierbaren Umständen (Farbsehen ist dafür ein gutes Beispiel), wie auch Wissen zu Umständen mit mehreren und gleichwertigen Deutungsinterpretationen anzueignen. Im letzteren Fall jedoch sind wir uns jeweils in einem bestimmten Zeitpunkt nur einer Interpretation bewusst.
Die Untersuchung von Vieldeutigkeit liefert uns daher Erkenntnisse über die Art und Weise wie die Aktivität an verschiedenen Orten des Gehirns zu einem Micro-Bewusstsein bezüglich einer bestimmten Eigenschaft führen kann.

 

9/10.3.2004, Architectures of Vision
Symposium

Im Rahmen der Ausstellung Einbildung – Das Wahrnehmen in der Kunst veranstaltet das Kunsthaus Graz ein Symposium, welches sich auf theoretischer Ebene mit dem Thema „Wahrnehmung“ auseinandersetzt.
Fr, 09.01.2004
18.00h Peter Pakesch: Perceptual Art – Artistic Perception, Introductory Word
18.30h Richard Gregory: Illusions As Secret Artifacts
Sa, 10.01.2004, vormittags
09:00h Georges Teyssot: The Phantasmagoria of Things and the Inner Vision of Architecture
10:00h Taft Green: Speeds of Interpretation: Models of Desire
10:45h Ilona Kovacs: Capturing Time: From E. J. Marey to Modern Neuroscience
11:45h David Rokeby: (mis)Representing Seeing
12:15h Panel Discussion, chaired by Csaba Pleh
Sa, 10.01.2004, nachmittags
14.15h Peter Weibel: Theories of Vision in 20th Century Austria. From Stereoscopy to Cyberspace
15.15h Esther Stocker: Vague exact forms
15.45h Mark A. Cheetham: Perception, in the Abstract
17.00h Nicholas Wade: Space and Motion in Science and Art
18.00h Panel Discussion chaired by Gabor Zemplen
So, 11.01.2004
11.00h Closing Panel Discussion chaired by Martin Prinzhorn
15.00h Werner Nekes: Beetween the images - Looking and the mind of Man
15.30h Screening of Werner Nekes films: Vieltausendschau (55 min. Film), Ulilsses 90 Min. Film

 

Unterstützt von
A1, Zumtobel Staff

Kunsthaus Graz

Lendkai 1
8020 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9200
F +43-316/8017-9212
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Öffnungszeiten
Di-So, Feiertag 10 - 17 Uhr


Kunsthauscafé

So-Do 9-23 Uhr
Fr-Sa 9-1 Uhr

T +43-316/714 957
 

Führungen

Sa 15:30 Uhr, So, Feiertag 11 Uhr (de), So 14 Uhr (en), ausnahmsweise Abweichungen möglich. Zusätzliche Termine entnehmen Sie bitte dem Kalender. Weitere Führungen nach Voranmeldung

 

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