Monica Bonvicini

I Don't Like You Very Much

22.04.-21.08.2022


Eröffnung: 21.04.2022, 19 Uhr
Kuratiert von: Barbara Steiner, Katia Huemer
Ort: Space01

Über die Ausstellung

Das Haus als Ort der Identitätskonstruktion, als Ort der Häuslichkeit, wo Beziehungen und Sehnsüchte entstehen, ist ein Thema, mit dem sich Monica Bonvicini seit Anfang der 1990er-Jahre etwa mit Arbeiten wie HausFrau Swinging oder Wallfuckin' auseinandersetzt. In gleichem Maße beschäftigte sie sich schon seit den Fotoarbeiten Where Air Dwells (1992) oder der im Laufe der letzten 15 Jahre entstandenen Werkreihe Hurricanes and Other Catastrophes, einer Serie von großformatigen Schwarz-Weiß-Zeichnungen, mit dem Themenfeld der Zerstörung, der Naturkatastrophe und der Klimakrisen.

Monica Bonvicinis Ausstellung im Kunsthaus Graz geht von Themen aus, die im Zentrum der Forschung der Künstlerin stehen: der Auseinandersetzung mit Architektur, Literatur und der Konstruktion von sexueller und geschlechtlicher Identität.

Im Anschluss an die Ausstellung im OGR in Turin wird die großformatige architektonische Skulptur As Walls Keep Shifting in Graz in einem Zustand des völligen, aber kalkulierten Desasters gezeigt. Die im Maßstab 1:1 rekonstruierte Hälfte eines Einfamilienhauses ist über den Ausstellungsraum verstreut, als wäre gerade ein Orkan vorbeigezogen und hätte die Struktur auseinandergerissen.

Die Ausstellung im Kunsthaus Graz beginnt mit der Videoarbeit I See a White Building, Pink and Blue (2020), die gleichzeitig den Soundtrack zu allen Installationen liefert. Weitere Arbeiten der Schau sind der Fotografien-Teppich Breach of Décor (2020), die Fotoserie Italian Homes (2019) sowie der Abguss eines kleinen Besens, Swept Away (2019). Die Struktur As Walls Keep Shifting begleitet ein großer Druck mit Collagen von viel Haut zeigenden Werbespots und Kalendern. Denn die Vermischung von nackten Körpern, Begehren und Ehrgeiz sowie die Verwendung von Körpern als Ware liegt der Künstlerin, die sich mit Papierarbeiten wie Neck to Knees (2016) oder Hard Strings (2017) sowie der Serie der Eternmales-Zeichnungen (2000) mit solchen Fragen beschäftigt hat, ebenfalls am Herzen.

Eine neue Arbeit, die das Thema Heim, Ware, Begehren und Sex weiterführt, behandelt Fetisch-Elemente als skulpturale und performative Objekte. Diese laden das Publikum dazu ein, seinen Voyeurismus, der jedem Ausstellungsbesuch innewohnt, innerhalb des institutionellen Rahmens des Museums auszuleben.

Über Monica Bonvicini

Monica Bonvicini (* 1965 in Venedig) studierte Kunst in Berlin und am California Institute of the Arts (CalArts) in Los Angeles, CA. Von 2003-2017 war sie Professorin für Performative Kunst und Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste Wien, seit 2017 für Bildhauerei an der Universität der Künste Berlin. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

In ihrer vielschichtigen Praxis untersucht Monica Bonvicini die Machtstrukturen, die Geschlecht, Sexualität, Raum, Umwelt und Institutionen bestimmen – mit trockem Humor, direkt und durchdrungen von historischen, politischen und sozialen Referenzen.

Bonvicini wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Goldenen Löwen der Biennale di Venezia (1999), dem Preis der Nationalgalerie für junge Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin (2005), dem Hans Platschek Preis für Kunst und Schrift (2019) und dem Oskar Kokoschka Preis (2020). Ihre Arbeiten waren auf vielen bedeutenden Biennalen zu sehen, darunter Berlin, La TriennaIe Paris, Istanbul und Venedig. Seit ihrer ersten Einzelausstellung im Cal Arts im Jahr 1991 hatte sie große Einzelausstellungen (Auswahl) im Palais de Tokyo in Paris (2002), im Kunstmuseum Basel (2009), im Art Institute of Chicago (2009), in den Deichtorhallen Hamburg (2012), im BALTIC Center for Contemporary Art (2016), in der Berlinischen Galerie (2017), im Belvedere 21 (2019), im OGR Torino (2019) und in der Kunsthalle Bielefeld (2020). Bonvicinis Arbeiten sind in den Sammlungen zahlreichen Museen vertreten und dauerhaft installierte Werke befinden sich im Queen Elizabeth Olympic Park in London, am Fjord vor der Oper in Oslo und im Istanbul Museum of Modern Art.

Zur Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Kunst Museum Winterthur (09.09.2022‒20.11.2022) ein Katalog, der im Oktober 2022 erscheint. 

Aus dem Programm

Sa 23.04.

18:00-19:30

Veranstaltung, Kunstgespräch

> Kunsthaus Graz

Do 28.04.

15:30-16:30

Zur Ausstellung

> Kunsthaus Graz

Fr 20.05.

14:00-20:00

UNI KUM! 2022. Studierendentag

Veranstaltung, Aktion> Kunsthaus Graz

Veranstaltung, Aktion

> Kunsthaus Graz

Mi 01.06.

16:30-17:30

Veranstaltung

> Kunsthaus Graz

Mi 15.06.

16:30-17:30

Führung

> Kunsthaus Graz

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