Foyer-Umbau

Erdgeschoss und Vorplatz

Fotostrecke zum Umbau

Das Erdgeschoss des Kunsthauses Graz steht mit Marketingflächen, Ticketing, Café und Shop in enger Verbindung zu Fragen des Konsums und der Vermarktung.

Seit den 1980er-Jahren sind Shop, Restaurant, Café und Vermietungen zu einer unverzichtbaren Einnahmequelle für Kunstinstitutionen geworden. Aus der künstlerischen Programmierung der Institutionen sind sie jedoch in den meisten Fällen herausgenommen. Das Kunsthaus Graz nimmt diese Bereiche nun zum Ausgangspunkt für eine Reihe von künstlerischen und kuratorischen Vorhaben, die sich dem Verhältnis zwischen kommerziellen und nichtkommerziellen Bereichen widmen. Den Beginn machte 2017 der durch die dänische Künstlergruppe Superflex gestaltete Geldautomat.

Das Vorhaben „Foyer neu“ ist noch nicht abgeschlossen. Bis September wird daran gearbeitet.

Doch es gab auch ganz pragmatische Gründe für den Umbau: 
Die räumliche Trennung von Vorbereitungsküche und Gastraum des Kunsthauscafés hatte sich für alle Beteiligten als belastend erwiesen. Speisen und Getränke wurden in hoher Frequenz und während der Öffnungszeiten des Kunsthauses quer durch das Foyer getragen; Küchengeruch zog bis in die Ausstellungsräume. Die Anlieferung der Waren vom Lendkai her brachte parkenden Lieferwägen und Paletten auf der Schauseite des „Friendly Alien“ mit sich.

Der alte Tresen als zentrale Schnittstelle von Info, Kassa, Wachschutz und Shop, platziert am Übergang von Eisernem Haus und Kunsthaus, war zu klein geworden. Auch konnte der Kassentresen nicht mit dem Rollstuhl unterfahren werden Die Umgestaltung nimmt nun besonders auf die Bedürfnisse von Menschen mit Hör-, Seh- und Bewegungseinschränkungen Rücksicht. Darüber hinaus war die Ausstattung des Kunsthauses (Vorhänge, Sitzmöbel) in die Jahre gekommen und musste ohnehin ersetzt werden.

Welche Personen sind involviert?

Die räumliche Umgestaltung des Foyers erfolgt in Zusammenarbeit mit den Architekten Niels Jonkhans und Gerhard Eder, die bereits mit Peter Cook und Colin Fournier an der Errichtung des Kunsthauses gearbeitet hatten. Das Erdgeschoß des Kunsthauses soll sich wieder in alle Richtungen zu öffnen, ursprünglich vorhandene Blickrichtungen wieder hergestellt werden – wie etwa in die Kosakengasse. Der Eingang von der Annenstraße bleibt erhalten; zwischen Kunsthaus-Café und -Foyer kann man einfach hin und her wechseln.

Da das Kunsthaus auch als Ort zeitgenössischer künstlerischer und gestalterischer Expertise gelten muss, wurden Künstler/innen, Designer/innen sowie Architektinnen und Architekten – wie Superflex, Oliver Hangl, Tristan Schulze, Topotek 1, Anna Lena von Helldorff, Hannes Priesch und Oliver Klimpel – eingeladen funktionale wie ökonomische Anforderungen an eine Ausstellungsinstitution mit einer inhaltlich-künstlerischen Ausrichtung zu verbinden und mit ihren „Interventionen“ eingefahrene Erwartungen an Institutionen und auch institutionelle Routinen herauszufordern.

Wie wird der Umbau finanziert? 

Der Umbau wird durch Umschichtungen aus dem laufenden Budget finanziert. Es gibt kein Sonderbudget. In den folgenden Jahren werden die verbrauchten Rücklagen in gleicher Höhe durch Einsparungen im laufenden Betrieb wieder aufgefüllt. Die Neugestaltung erfolgt in zwei Etappen, 2017 und 2018. Der Umbau wurde von den Eigentümern (Land Steiermark und Stadt Graz) genehmigt.

Der Geldautomat:
Unter dem Titel C.R.E.A.M. – angelehnt an den Song der Hip-Hop-Gruppe Wu-Tang Clan – hat Superflex das Erscheinungsbild des Geldautomaten entsprechend verändert: Komplett verchromt und ins Zentrum des Foyers gesetzt, wird der Automat zur leuchtenden Skulptur, zum Fetisch und zur Geldbehebungsmaschine gleichermaßen.
> Mehr erfahren über den Geldautomaten. C.R.E.A.M. Cash rules everything around me

Der Shop

Die Umgestaltung des Shops ist noch nicht abgeschlossen. Inzwischen befindet sich der Shop an seiner neuen Stelle, aber es fehlen noch wichtige Elemente.

Oliver Klimpel, der an der Schnittstelle von Kunst und Design arbeitet, wurde eingeladen, den Kunsthaus-Shop neu zu gestalten, das existierende Funktionsmobiliar des Kunsthauses Graz (wie etwa Barelemente, Pult, Tresen) zu re-designen sowie neue Displayelemente für die Erdgeschosszone zu entwickeln. Ausgangspunkt seines Konzepts sind Auseinandersetzungen mit Avantgarde-Bewegungen, hier vor allem mit Nicolai Michailowitsch Suetin, und mit Vito Acconci, der 1992 anlässlich der documenta IX einen Buchladen für Walther König designt hatte. Die erhalten gebliebenen Regale und ein Tisch werden nun in neuer Aufstellung präsentiert. Highlight wird der sogenannte „Katzenbaum für die Kunst“ sein, eine vertikale Struktur, ein skulpturales Display-Element, das die Präsentation kleinerer Ausstellungen im Foyer erlaubt. Da der „Katzenbaum“ technisch komplex ist, wird seine Herstellung noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Die Visuelle Identität:

Anna Lena von Helldorff widmet sich seit Anfang 2017 unter dem Stichwort re:set der Konzeption, Entwicklung und Gestaltung einer visuellen Sprache innerhalb des Kunsthauses Graz unter besonderer Berücksichtigung dessen, dass diese Teil des Universalmuseums Joanneum ist. Die visuelle Sprache verknüpft die inhaltliche Programmatik mit der funktionalen Struktur des Gebäudes, begleitet, artikuliert, kommentiert und übersetzt die Veränderungen während der zweijährigen Umbauphase in die Räume. Sie schließt an die vorhandene Infrastruktur an und macht den Prozess der Veränderung lesbar. Die Entwicklung der Visuellen Sprache erfolgt über Prototypen in mehreren Phasen vor Ort und bezieht die ständige Analyse der Situation mit ein. Die erste Phase bezieht sich vor allem auf das Foyer. Sie wird im September 2018 abgeschlossen sein.

Der Space04:
Zum zehnjährigen Geburtstag des Kunsthauses setzte Künstler Gilbert Bretterbauer Raumtextil Funktion & Empfindung für den Space04 und das ehemals benachbarte Café um. Fünf Jahre später wurde diese Arbeit renoviert und um neue Stoffbahnen ergänzt. Das Raumkonzept wird ausgeweitet und Schritt für Schritt in den nächsten zwei Jahren umgesetzt: nach der bereits erfolgten Installation des Vorhangs konzipiert Bretterbauer eine zerlegbare Bühne; es folgen Teppich und Lampen. Bretterbauers Setzungen sollen dem Raum eine haptische Qualität verleihen, ihn körperlich erfassbar machen und ihn damit zur textilen Raumskulptur werden lassen.

Der Space 04 wird für unterschiedliche Veranstaltungen genutzt: für Eröffnungen, Vorträge, Diskussionen, Konferenzen, Empfänge.

Das Besucher/innenservice:
2018 rückt auch das Besucherservice in den Fokus, das im Foyer bzw. innerhalb der Ausstellungsräume eine der wichtigsten Aufgaben im Museum hat und quasi das „Gesicht“ des Hauses darstellt. Üblicherweise einheitlich gekleidet, im Falle des Kunsthauses bisher in Schwarz, treten Aufsichtspersonen eher dezent in den Hintergrund. Nun werden verschiedene steirische Mode-Labels in Absprache und Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern spezifische, individuelle Outfits entwickeln. Jeweils eine Designerin/ein Designer aus der Steiermark tritt in einen Prozess mit jeweils einer Person aus dem Aufsichtsteam, um gemeinsam zu überlegen, wie ein solches Outfit für Mitarbeiter/innen ausschauen könnte. Der Prozess ist erst dann abgeschlossen, wenn beide Parteien Übereinkunft über den jeweiligen „Look“ erzielt haben. Den Auftakt macht 2018 die Designerin Karin Wintscher-Zinganel.

Sie schlägt ein Kleidungsstück vor, das vom jeweiligen Träger/der Trägerin individuell geformt werden kann.

Die Absperrbänder:
Absperrbänderdienen dazubestimmte Bereiche voneinander abzugrenzen und Zutritt zu steuern.Der steirische Künstler Hannes Priesch wurde beauftragt, sich mit Absperrungen, d. h. der Zugänglichkeit und Nicht-Zugänglichkeit im Foyer, aber auch im ganzen Haus zu befassen. Er verwendet ungewöhnliche Materialien, die aufgrund ihrer haptischen Anmutung dazu verleiten, berührt zu werden.

Vorplatz:
Der bislang wenig attraktive Vorplatz des Kunsthauses Graz wird nun temporär bespielt, um ihn als öffentlichen Freiraum aufzuwerten und besser in das städtische Umfeld einzubinden. Das Konzept der temporären Ausstellungszone wurde vom Berliner Landschaftsarchitekturbüro Topotek 1 entwickelt. Thermoplastische Bodenmarkierungen verlaufen strahlenförmig vom Bordstein zu je einem Eingang. Die urbanen Möbel – 11 Tischbänke, 3 Mülleimer, 4 Fahrradständer, 2 Aschenbecher – können während der Zeit ihrer Aufstellung von der Öffentlichkeit genutzt werden.


Die Intervention durch Topotek 1 macht auf die neu geschaffenen Eingänge am Lendkai aufmerksam und bietet neue Aufenthaltsmöglichkeiten für die Besucher/innen.

 

Barrierefreiheit:

Für Barrierefreiheit wird gesorgt, besonders für Rollstuhlfahrer/innen und Menschen mit Hörbehinderung.

Es war einmal.. Foyer, Erdgeschoß, Vorplatz

Kunsthaus Graz

Lendkai 1
8020 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9200
kunsthausgraz@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
Di-So, Feiertag 10 - 17 Uhr


Führungen
Sa 15:30 Uhr, So & Feiertag 11 Uhr (DE), So 14 Uhr (EN), Abweichungen möglich. Weitere Termine finden Sie im Kalender oder nach Voranmeldung

Architekturführungen
nur in ausstellungsfreien Zeiten, Di-So, Feiertag 11, 14 Uhr (So EN) und 15:30 Uhr (DE) oder auf Anfrage

Kunsthauscafé
Mo-Do 9-23 Uhr
Fr-Sa 9-1 Uhr
So 9-20 Uhr
T +43-316/714 957

 

31. Dezember

24. bis 25. Dezember

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