RESANITA

Karte der Landschaften, 2019


Ort: St. Anna am Aigen


Im Dreiländereck Ungarn-Slowenien-Österreich, in dem unterschiedliche Traditionen, Religionen, drei Sprachen, das alpine, das pannoische Steppen- und das illyrische Mittelmeerklima aufeinandertreffen, gezeichnet durch militärische Konflikte, Umsiedlung, Vertreibung und territoriale Verschiebungen, verweisen Pflanzen konzentriert auf sozialwirtschaftliche und politische Geschichte der ehemaligen K&K-Länder. Sie zeigen auch geographische, ökologische, sprachliche Verhältnisse, erzählen von Handel, Schmuggel, Grenzkontrollen und –übertretungen in dieser stets in Bewegung befindlichen Grenzregion.

 

RESANITA widmen sich dieser Geschichte, sprachen mit Menschen vor Ort, schlossen Kontakte. Sie kauften Pflanzen, tauschten, wurden beschenkt. 20 ausgewählte erzählen nun hier von Umständen, Entwicklungen, Bedeutung und Veränderlichkeit ihrer Herkunftsorte.

 

Aus der Verwobenheit von Beziehungs- und politischer Landkarte lesbar, werden sie konzentriert wie in einem Museumsraum in ihren Besonderheiten hervorgehoben.

 

Die Künstlichkeit einer begrenzten Konstruktion macht auf die tatsächlich stete Veränderlichkeit von Grenzen aufmerksam, denn Pflanzen wandern durch Aussamung, lassen sich nicht einengen, verlieren durch Grenzverschiebungen gleichzeitig staatliche Identitäten, geraten in Vergessenheit und werden neu entdeckt. Sie scheinen der Geschichte enthoben und erzählen sie gleichzeitig.

 

Elisabeth Fiedler

Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark

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