Michael Kienzer

Plattform, 2009



Hervorgegangen aus einem vom Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark ausgeschriebenen Wettbewerb, definiert Kienzers schwimmende Beton-Plattform im Zentrum von Retznei die Kategorie des Wasser-Kunstwerks neu: In ihren Umrissen eine Teichform zitierend und bündig in den Boden des neuen Hauptplatzes eingelassen, muss man das Objekt betreten , um das Wasser zu erleben. Die sinnliche Annäherung an das grundlegende Element der Installation wird von der visuellen Ebene gänzlich in den Bereich der unmittelbaren physischen Erfahrung verlagert. Der darin enthaltene assoziative Transfer von der kleinen südsteirischen Gemeinde zu einem Ort am Wasser – ein schwimmender Anlegesteg oder ein schwankendes Boot? – ist Teil der Strategie. Gleichzeitig nimmt das Material Beton Bezug auf die wirtschaftliche Grundlage von Retznei, dessen Ortsbild durch eines der größten Zementwerke Österreichs geprägt ist.

 

Mit dem klassischen Dorfbrunnen hat Kienzers Konzept somit nur eines gemeinsam: Die Plattform erfüllt alle Voraussetzungen, den neu gestalteten zentralen Platz, der erste in der Geschichte des Straßendorfes, zu einem Ort der Begegnung und Kommunikation werden zu lassen.

 

Ein Projekt des Instituts für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark.
Unterstützt durch: Gemeinde Retznei, Lafarge Perlmooser GmbH
Technische Realisierung: ABdomen Architektur/werkraum wien.

 

Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark

Marienplatz 1/1
8020 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9265
kioer@museum-joanneum.at

 

Marktplatz Retznei

Retznei 21

8461 Retznei