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Stübing, 06.08.2026
Ringelblume, Schafgarbe, Johanniskraut oder Salbei – gegen viele Beschwerden ist bekanntlich ein Kraut gewachsen. Wie vielfältig die Kraft der Pflanzen ist, zeigt der Heilkräutertag zu Mariä Himmelfahrt – auch als „Frauentag“ bezeichnet –, der seit vielen Jahren ein Fixpunkt im Jahresprogramm des Österreichischen Freilichtmuseums Stübing ist. Höhepunkte am 15. August sind die traditionelle Kräuterweihe und das Maibaumumschneiden. Darüber hinaus steht der gesamte Museumstag im Zeichen von Heilkräutern, ihrer Wirkung und ihrer Bedeutung in der Volksmedizin – heuer ganz im Sinne des Jahresthemas „Blühende Medizin. Die vielfältige Kraft der Pflanzen“. Ein historisches Buch bietet dabei spannende Einblicke in tradiertes Wissen sowie in den damit verbundenen Glauben und Aberglauben.
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Die 16 Bauern- und Kräutergärten entlang des Museumstals zeigen, wie unentbehrlich Heilkräuter einst im täglichen Leben waren. Sie lieferten die Basis für Salben, Tinkturen, Tees und vieles mehr, Foto: Österreichisches Freilichtmuseum Stübing
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Die Kraft der Pflanzen: Altes Heilwissen neu entdeckt Früher war medizinische Hilfe auf dem Land schwer erreichbar, zudem konnten sich viele Bäuerinnen und Bauern keine ärztliche Behandlung leisten. Die Menschen halfen sich daher selbst und nutzten das überlieferte Wissen über Heilpflanzen. Die Verwendung von Heilpflanzen zählt zu den bedeutendsten kulturellen Errungenschaften der Menschheit: Sie zeigte, dass Krankheiten behandelt werden können und nicht als unabwendbare Strafe Gottes hingenommen werden müssen. Dieses Wissen wurde über Generationen weitergegeben. Im Hausgarten hat man Heilpflanzen, Kräuter und Blumen angebaut, aus denen schließlich Tees und Salben hergestellt wurden.
Mit der Erfindung des Buchdrucks wurde die Verbreitung dieses Wissens angekurbelt. Ein Beispiel dafür ist das Nachschlagewerk des Naturphilosophen Petrus de Crescentiis aus dem 13. Jahrhundert mit dem Titel „Ackerbaw, Erdtwucher und Bawleüten“. Laut Vorwort des Nachdrucks aus dem Jahr 1601 soll es dabei helfen, Heilkräuter gegen Krankheiten zu nutzen. Das Buch, das im Zuge von Räumungsarbeiten gefunden wurde, ist den Besucher*innen nun in digitalisierter Form vor Ort zugänglich und bietet einen Einblick in den damaligen Wissensstand zur Wirkung von Heilpflanzen.
Ein ausführlicher Teil widmet sich dem Garten und der für die Zeit üblichen Beschreibung der Pflanzen und ihrer Wirkung. Reichhaltig illustriert und basierend auf den Schriften der Antike wurde es stetig weiterentwickelt. Viele der darin beschriebenen Erkenntnisse sind heute wissenschaftlich belegt, zugleich spielen auch Glaube und Aberglaube – typisch für die damalige Zeit – eine wichtige Rolle.
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Teil des Inventars im Österreichischen Freilichtmuseum und digital für Besucher*innen zugänglich: Der Nachdruck einer Enzyklopädie über Ackerbaw, Erdtwucher und Bawleüten des Petrus de Crescentiis, eines Universalgelehrten aus dem 13. Jh., zeigt die zeittypische Beschreibung von Heilpflanzen und ihrer Wirkung, Foto: Österreichisches Freilichtmuseum Stübing
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Kräuterbüscherl, Kräuterweihe, Maibaumumschneiden Der Kräuterweihe wird seit Jahrhunderten eine besondere Bedeutung zugeschrieben. Sie soll Mensch und Tier Heilung bringen und vor Unheil schützen. Der Volksglaube besagt, dass die zu Mariä Himmelfahrt gesegneten Kräuter über eine besondere Heilkraft verfügen. Ein Kräuterbüscherl besteht meist aus sieben bis neun verschiedenen Kräutern und Blumen, wobei Zusammensetzung und Anzahl je nach Region variieren. Häufig werden unter anderem Johanniskraut, Kamille, Schafgarbe, Thymian, Wermut, Minze oder Königskerze verwendet. Besucher*innen haben die Möglichkeit, ihr eigenes Kräuterbüscherl zu binden (9 Uhr) und im Rahmen der Kräuterweihe (11 Uhr) segnen zu lassen.
Das Maibaumumschneiden (14 Uhr) ist ebenfalls ein fixer Bestandteil des Programms im Österreichischen Freilichtmuseum, es markiert das Ende des Jahresbrauchs und lädt zum geselligen Beisammensein beim Gasthaus „Zum Göller“.
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Am 15. August können Kräuterbüscherln selbst gebunden und anschließend geweiht werden, Foto: Österreichisches Freilichtmuseum Stübing
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Eine Vielzahl an Stationen bietet spannende Einblicke in die Welt der Kräuter Der Heilkräutertag bietet ein vielfältiges Programm für Jung und Alt: Stationen entlang des Museumstals vermitteln Wissenswertes rund um die wohltuende und heilende Kraft der Pflanzen: Ob Kräuterapotheke, Kräuterkosmetik, Kulinarisches aus der Kräuterküche oder die Themenführung zum Jahresschwerpunkt „Blühende Medizin“ – alles dreht sich um Pflanzen und ihre Wirkung. Wer selbst Hand anlegen möchte, wird ebenfalls fündig: Beim Schnitzen, Schmieden, Drechseln, Besenbinden und vielem mehr lässt sich altes Handwerk hautnah erleben. Auch Stricken, Nähen, Glasmalerei, Klöppeln, Kreuzstich und Stoffhanddruck laden zum Mitmachen ein.
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Österreichisches Freilichtmuseum Stübing Heilkräutertag 15.08.2026, Programm: 9–16 Uhr, geöffnet bis 18 Uhr Kräuterweihe, Maibaumumschneiden, Führung, Aktiv-Stationen, Abkühlstationen u. v. m. Kosten: regulärer Eintrittspreis www.freilichtmuseum.at
Weitere Infos zum Programm sowie eine Übersicht mit allen Stationen finden Sie in Kürze hier: HEILKRÄUTERTAG
Bildmaterial zum Download finden Sie hier: PRESSEFOTOS
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Wir freuen uns auf Ihre Berichterstattung und stehen für Rückfragen gerne zur Verfügung!
Mit herzlichen Grüßen
Daniela Teuschler +43/664/8017 9214, daniela.teuschler@museum-joanneum.at
Stephanie Liebmann +43/664/8017-9213, stephanie.liebmann@museum-joanneum.at
Eva Sappl +43/699/1780-9002, eva.sappl@museum-joanneum.at
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