Museumsakademie Joanneum
Sackstraße 16, 8010 Graz (AT)
07.04. - 08.04.2016
Ob speziellen Themen und Ereignissen, einzelnen Persönlichkeiten oder gesellschaftlichen Gruppen gewidmet – Museen entspringen seit jeher dem Zeitgeist. Sie werden vor dem Hintergrund politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen sowie sozialer Bewegungen begründet. Sie passen ihre Sammlungen und Programme im einmal gesetzten Rahmen an. Wir fragen uns, was passiert, wenn sich nun Wirklichkeiten radikal ändern.
25.02. - 26.02.2016
Dioramen gab es in Museen der Natur und Technik, der Geschichte und Ethnologie bereits im 19. Jahrhundert. Für Museumsfachleute boten sie die Möglichkeit der Illusion von Wirklichkeitsnähe und des Zeigens von Objekten im Kontext. Für die Betrachtenden suggerierten sie den Einblick in vergangene oder ferne Welten. Nun hat die Relevanz der Dioramen in der jüngeren Ausstellungsgeschichte aufgrund des Produktionsaufwandes und ihrer Statik abgenommen.
03.12. - 04.12.2015
Die „Erhaltung des Immateriellen Kulturgutes“ ist zur allgegenwärtigen Forderung avanciert, wobei der Begriff nicht nur die Dokumentation von Sprache, Wissen oder Techniken meint, sondern ihre Aufwertung und Weitergabe als „lebendige Kultur“ einschließt. Wir fragen uns, wie es um das Verhältnis der regionalen und kulturhistorischen Museen zum immateriellen Kulturgut steht und wie sich ihre Verantwortlichen angesichts der Tatsache verhalten können, dass ihre gesellschaftliche Funktion nicht in der Pflege und Wartung des Tradierten liegen kann, sondern ihre Stärke in der Analyse und Kontextualisierung kultureller Phänomene im weitesten Sinn liegt.
19.11. - 20.11.2015
Etwas als Anschauungsobjekt zu begreifen ist ein produktiver Prozess. Es setzt die Fähigkeit voraus, an eine Betrachtung die Beobachtung anzuschließen, dass die eigene Wahrnehmung, Interpretation und Zuschreibung nur eine von vielen möglichen ist. Nun unterscheiden sich Museen von Medien im Grundsatz dadurch, dass sie Dinge als Anschauungsobjekte und nicht nur als wie auch immer hergestellte Bilder von Dingen zeigen können.
15.10. - 16.10.2015
In Göttingen entsteht in den kommenden Jahren ein „Museum für die Wissenschaft“, in dessen Mittelpunkt das Wissen-Schaffen in seiner historischen Tiefe und aktuellen Breite auf Basis der über 30 akademischen Sammlungen der Georg-August-Universität steht. Der Einsatz der „Dinge des Wissens“ zur Vermittlung von Wissenschaft knüpft dabei an die Tradition dieser „Universität der Aufklärung“ an, in der Forschung und Lehre von Anfang an und über nunmehr 275 Jahre objektbezogen waren.
02.10. - 03.10.2015
Architektur ist ein Dokument der Kultur- und Stilgeschichte, ist Speicher technik- und wirtschaftshistorischen Wissens und steht für regionale Wissensnetzwerke und deren Transfer. Institutionen wie Museen, Denkmalbehörden und private Initiativen bemühen sich heute um ihre Erhaltung als Kulturgut. Das Bauen ist jedoch nur eine von vielen Facetten der Architektur.
17.09. - 18.09.2015
Hinstellen und Stillstellen: Diese Tätigkeiten prägen das Außenbild von Museen seit ihrer Entstehung. Doch mindestens so sehr sind das Herbeischaffen, Sammeln, Kombinieren und Umsortieren seit jeher zentrale Handlungsweisen hinter den Museumsmauern. In einer Spurensuche durch ausgewählte Hamburger Museen gehen wir gemeinsam mit lokalen Fachleuten den Bewegungen von Dingen, Wissen und Alltagspraktiken, Menschen und Sichtweisen nach, ohne welche die musealen Sammlungen nicht zustande gekommen und wissenschaftliche Erkenntnisse oder Ausstellungsnarrative heute nicht denkbar wären.
04.06. - 06.06.2015
Während die Welt auf Helsinki als Ort der Bildung, des Designs und der Kultur blickt, erlebt die Stadt derzeit einschneidende Umbrüche. Die Exkursion beleuchtet Helsinki als ein in zweierlei Hinsicht umkämpftes Terrain: Einerseits im Hinblick auf das Fortleben geschichtspolitischer Konflikte im Zusammenhang mit der Konstruktion der nationalen Identität, andererseits in Bezug auf die aktuelle Transformation der lokalen Museen und Bildungsinstitutionen von einer wohlfahrtsstaatlichen zu einer neoliberalen Organisationsstruktur – mit den jeweils damit verbundenen Rahmenbedingungen, Diskursen und Ausdrucksformen.
07.05. - 08.05.2015
Musiker, Künstler und Wissenschaftler, Schriftsteller, Herrscher/Politiker und Revolutionäre: Den zumeist männlichen Genies und Heroen hat man ihre Wohn- und Wirkungsstätten belassen, landauf und landab wurden sie mitsamt ihrem Vermächtnis eben dort musealisiert. Die Stillstellung eines Ortes bzw. seine Neubegründung als Denkmal und Museum war und ist die Garantie dafür, eine Person im öffentlichen Bewusstsein und Gedächtnis zu halten. Sie bietet bis heute die Möglichkeit, persönliche Hinterlassenschaften (als Reliquien) für die Nachwelt, die Forschung oder den Tourismus zu sichern.
16.04. - 17.04.2015
In Halle an der Saale sind mehrere Jahrhunderte Wissens- und Bildungsgeschichte in eine erstaunliche Zahl von Kultureinrichtungen eingeflossen, darunter eine barocke Wunderkammer, Lehrsammlungen und Schulgärten, Archive, Bibliotheken und Museen. Wir konzentrieren uns in einer zweitägigen Expedition auf die Letztgenannten und analysieren Sammlungen und Museen aus den Bereichen Natur und Kultur als Archive, Labore und Bühnen, zwischen enzyklopädischem Anspruch und steter Spezialisierung, antiquarischer Bewahrung und Praxisbezug, im Kontext sozialer Reformen und gesellschaftlichen Engagements.
26.03. - 27.03.2015
Ein Gutteil der europäischen Textilmuseen wurde mit klarem Regionalbezug begründet, viele davon sind auf einzelne Aspekte der historischen Textilproduktion spezialisiert: auf die Gewinnung und Zurichtung von Rohstoffen, die Herstellung von Garnen und Geweben, auf bestimmte Materialien und Techniken oder die modische Entwicklung der textilen Waren. Die ganze Fülle zum Thema gehöriger sozioökonomischer, technik- und kulturhistorischer Kontexte findet kaum in einem Museum Platz.
04.12. - 05.12.2014
Bloggerinnen sind die heutigen Kritikerinnen, Passanten die neuen Korrespondenten, ambitionierte Laien gefragte Darsteller/innen im professionellen Theaterbetrieb (...)
06.11. - 07.11.2014
Warenhaus und Museum waren im ausgehenden 19. Jahrhundert in vielerlei Hinsicht vergleichbare Institutionen und beeinflussten sich wechselseitig: Museen waren für die Einübung eines ästhetischen Verhältnisses zu den Dingen und damit für die Entwicklung einer Warenkultur von zentraler Bedeutung.
25.09. - 26.09.2014
Es gibt eine ganze Reihe von Fragen, welchen wir uns als Museumsverantwortliche heute stellen müssen, um ein Museum morgen möglich zu machen. Im Hinblick auf dieses Morgen und als Auftakt einer Reihe wenden wir uns 2014 der Geschichte der musealen Sammlungen und dem Sammeln heute zu.
18.09. - 20.09.2014
Nach unserer erfolgreichen letztjährigen Exkursion in die deutschsprachige Schweiz, führt unsere diesjährige Reise in den französischsprachigen Teil des Landes. Im Rahmen einer dreitägigen Rundfahrt werden wir erneut eine Reihe bemerkenswerter Museen besuchen, die sich in Spartenzugehörigkeit, Größe und Trägerschaft unterscheiden und so die Vielfalt der Museumsgeschichte und -kultur in unserem Nachbarland bestmöglich widerspiegeln.
21.07. - 25.07.2014
Ein Deutungs- und Vermittlungsmonopol auf Geschichte war gestern. Heute schreibt, erzählt und zeigt eine Vielzahl von Medien und Einrichtungen mit unterschiedlichen Mitteln und Zielsetzungen historische Inhalte.
12.06. - 13.06.2014
Unter Open Data wird die freie und uneingeschränkte Zugänglichkeit und Nutzbarkeit von Daten verstanden, mit dem Ziel, die Transparenz z. B. in öffentlichen Institutionen zu erhöhen, Vernetzung zu erleichtern oder neue Forschung zu inspirieren.
04.05. - 08.05.2014
Das Erinnern an den Ersten Weltkrieg ist allgegenwärtig. Wir interessieren uns für die museologische Dimension dieses Themas und begeben uns gemeinsam mit dem Historiker Jay Winter auf eine Reise, die uns zu ehemaligen Schlachtfeldern, zu Friedhöfen, Gedenkstätten und Museen zwischen Brüssel und Paris führt.
03.04. - 04.04.2014
Zeitzeuginnen und Zeitzeugen(-Berichte) spielen heute eine zentrale Rolle in der Vermittlung vergangenen Geschehens und sind selbstverständlicher Bestandteil von Ausstellungen zur Zeit- und jüngeren Kulturgeschichte.
27.03. - 28.03.2014
Naturmuseen sind in den museologischen Debatten nach wie vor unterrepräsentiert. Dabei sind ein Gutteil der weltweiten Museumsobjekte Objekte der Natur und die traditionell gleichermaßen wissenschaftliche wie gesellschaftliche Bedeutung dieses Museumstyps ist enorm.
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