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Die Ausstellung „Pieter Claesz: Stillleben“ zeigt drei Meisterwerke des Künstlers im Original und stellt sie hochauflösenden Digitalisaten gegenüber

 

Graz, 26.03.2026

 

Die Alte Galerie zeigt im Rahmen des Projekts „Kaiserschild Art Defined“ in Kooperation mit der Kaiserschild-Stiftung, dem Kunsthistorischen Museum in Wien und dem Kunst Museum Winterthur eine Sonderpräsentation zum niederländischen Barockmaler Pieter Claesz, dem bedeutenden Vertreter der Stilllebenmalerei des 17. Jahrhunderts. In der kleinen Ausstellung – die am kommenden Samstag eröffnet wird – stehen drei hochkarätige Stillleben des Malers im Mittelpunkt und geben Einblick in zentrale Aspekte seines Schaffens. Hochqualitative Digitalisate der drei Hauptwerke eröffnen vertiefende Einblicke in Technik, Materialität und Symbolik. Ein Multimedia-Tisch lädt dazu ein, die klassischen Kunstwerke durch digitale Technologien auf mehreren Ebenen zu erkunden und den Besucher*innen ein tieferes Verständnis der Werke zu ermöglichen.

Paul Schuster, Leiter von Schloss Eggenberg und Alte Galerie und Kurator Stefan Albl (v.l.) präsentierten heute den spannenden Dialog zwischen Original und digitaler Nahaufnahme, Foto: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek

Drei Meisterwerke im Detail
Die kompakte Ausstellung zeigt drei zentrale Werke des Künstlers: Im Stillleben mit Früchtepastete, Silbertazza, vergoldetem Deckelpokal und „Römer“ (Weinglas) (1637) aus dem Kunst Museum Winterthur inszeniert Pieter Claesz den Reichtum der Niederlande im sogenannten Goldenen Zeitalter. Ein opulent gedeckter Tisch mit erlesenen Speisen und kostbaren Gefäßen spiegelt den Wohlstand des aufstrebenden Bürgertums wider. Am Medientisch erhalten Besucher*innen Einblicke in die Herkunft der dargestellten Statussymbole. Darüber hinaus werden die abgebildeten Prunkgefäße mit vergleichbaren Objekten aus heutigen Kunstkammern kontextualisiert. Im Stillleben mit Glaspokal (1642) aus der Alten Galerie des Universalmuseums Joanneum – eine Dauerleihgabe der Kaiserschild-Stiftung – zeigt Pieter Claesz mit Hering, Zwiebeln, Brot und Bier eine zu seiner Zeit typische, simple niederländische Zwischenmahlzeit. In diesem Bild wird vor allem sein meisterhafter Einsatz von Illusionstechniken sowie sein Umgang mit Licht und Reflexionen in einer monochromen Farbpalette deutlich, worauf einzelne Kapitel am Medientisch näher eingehen. Das Vanitas-Stillleben (1656) aus dem Kunsthistorischen Museum thematisiert die Vergänglichkeit des Lebens. Besucher*innen können die im Gemälde abgebildeten Gegenstände, darunter ein Totenschädel, ein umgestürztes Glas („Römer) oder auch eine Uhr, als spezielle Points of Interest am interaktiven Medientisch gezielt erkunden und mehr über deren Symbolik erfahren.

"Aus kuratorischer Perspektive erweist sich der medienübergreifende Ansatz als zeitgemäß und essenziell: Malerei, Fotografie und Film stehen nicht in Konkurrenz, sondern entfalten im Zusammenspiel ihr komplementäres Potenzial. Hochauflösende Gigapixelfotografie mit über einer Milliarde Bildpunkten macht selbst feinste Pinselstriche sichtbar. Unser Anliegen ist es, ein breites Publikum für die Kunst – insbesondere für die Alten Meister – zu begeistern", so Kurator Stefan Albl

Drei Stillleben des bedeutenden Haarlemer Malers Pieter Claesz aus dem 17. Jahrhundert sind ab 28. März in der Alten Galerie zu sehen und ermöglichen dem Publikum diese aus einer neuen Perspektive zu erleben, Foto: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek

Nach der gelungenen Premiere bei der Ars Electronica 2024 und der erfolgreichen Ausstellung im Kunsthistorischen Museum in Wien im Jahr 2025 bringt die Kaiserschild-Stiftung Kaiserschild Art Defined nun in die Alte Galerie des Universalmuseums Joanneum. Anschließend wird die kompakte Ausstellung im Kunst Museum Winterthur gezeigt.

Paul Schuster, Leiter von Schloss Eggenberg und Alte Galerie zur Kooperation: "Das Projekt wurde zunächst im Kunsthistorisches Museum Wien präsentiert, ist nun in der Alten Galerie zu sehen und wird schließlich im Kunst Museum Winterthur Station machen. Keine Präsentation gleicht dabei der anderen, da die Kaiserschild-Stiftung ihre Konzepte kontinuierlich evaluiert, reflektiert und weiterentwickelt. Wir danken der Kaiserschild-Stiftung herzlich für die langjährige Zusammenarbeit sowie für die großzügige Dauerleihgabe von 30 Werken, von denen ein Großteil in der Alten Galerie gezeigt wird."

 

Das Leben und Werk von Pieter Claesz
Pieter Claesz (1597/98-1660), gebürtiger Flame, lässt sich um 1620 im wirtschaftlich aufstrebenden Haarlem nieder. Die Stadt wird dank einflussreicher Bierbrauer und wohlhabender, vor der spanischen Besatzung geflüchteter Antwerpener Kaufleute zu einem der wichtigsten Kunstzentren der Niederlande. Claesz entwickelt die Tradition der Haarlemer Stilllebenmalerei weiter und gilt als Gründer des neuen Typus der „gedeckten Tische“. Mit auf das Wesentliche reduzierter Bildsprache – gedeckten Farben, wenigen Objekten – entstehen kleine Mahlzeitenbilder („ontbijtje“ oder „banketje“ genannt), die zu seinem Markenzeichen werden. In seiner etwa 40-jährigen Schaffensphase malt Claesz rund 230 Gemälde. Er ist zu Recht berühmt für seine subtile Farb- und Lichtführung und seine Kunstfertigkeit in der Schilderung verschiedener Oberflächen.

Die hochaufgelösten digitalen Darstellungen ermöglichen es, Details der Originale, Farben und Pinselstriche interaktiv zu erkunden, Foto: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek

Kaiserschild-Stiftung und Kaiserschild Art Defined
Die Kaiserschild-Stiftung engagiert sich in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Kunst. Im Rahmen des Projekts Kaiserschild Art Defined macht sie Kunstwerke alter Meister unter Einsatz digitaler Mittel auf neue Weise erlebbar und setzt damit neue Maßstäbe in der digitalen Kunstvermittlung. Die Ausstellung Pieter Claesz: Stillleben dient als Pilotprojekt. Verschiedene Vermittlungsformate werden erprobt und anhand von Evaluationen kontinuierlich weiterentwickelt. Jede Station bietet die Möglichkeit, aus den gewonnenen Erfahrungen zu lernen und das Format Schritt für Schritt zu optimieren. Die Stiftung verfügt über eine von ihrem Stiftungsgründer und HARIBO-Miteigentümer Dr. Hans Riegel angelegte Sammlung mit Gemälden überwiegend niederländischer Meister, die in der Alten Galerie des Universalmuseums Joanneum ausgestellt sind. Die Ausstellung Pieter Claesz: Stillleben ist Teil des „Kaiserschild Art Defined“-Projektes. Drei herausragende Werke des niederländischen Meisters – darunter eines aus der Sammlung der Stiftung – wurden digital aufbereitet. Als High Resolution Multiperspective Images verfügen sie über eine Auflösung im Gigapixel-Bereich, wodurch eine tiefgehende Betrachtung von Struktur und Malweise möglich ist. Darüber hinaus zeigen kurze Filmsequenzen bildgewaltig Aspekte des Werks und Schaffens von Pieter Claesz.

 

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Pieter Claesz: Stillleben
 

Eröffnung: 28.03.2026, 11 Uhr
Eintritt frei!
Laufzeit: 28.03.–31.10.2026
Kuratiert von Stefan Albl
www.altegalerie.at
www.kaiserschild-stiftung.at/de/kunst/art-defined

 

Werk- und Ausstellungsansichten zum Download finden Sie hier: PIETER CLAESZ

 

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Wir freuen uns auf Ihre Berichterstattung und stehen für Rückfragen gerne zur Verfügung!

 

 

Mit herzlichen Grüßen

 

Daniela Teuschler
+43/664/8017-9214, daniela.teuschler@museum-joanneum.at

Stephanie Liebmann
+43/664/8017-9213, stephanie.liebmann@museum-joanneum.at

Eva Sappl
+43/699/1780-9002, eva.sappl@museum-joanneum.at