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Der steirische Künstler Hartmut Skerbisch und sein Werk werden mit einem großen Grätzelfest im Grazer Triester Viertel gewürdigt

 

Graz, 15.04.2026 

 

Für den steirischen Künstler Hartmut Skerbisch war der Dialog zwischen Kunstwerk und Umwelt zentral. Einige seiner Arbeiten prägen das Grazer Stadtbild und somit die unmittelbare Umwelt der Grazer*innen seit vielen Jahren. Dazu zählt auch das 2007 eröffnete Gartenlabyrinth im Triester Viertel. Nach einer Adaption 2019 feiert das Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark die diesjährige Neugestaltung im Rahmen des International Sculpture Day am 25. April mit einem Grätzelfest: Ein umfangreiches Programm für die ganze Familie, künstlerische Interventionen und eine Bustour zu Werken des Künstlers warten auf die Besucher*innen.

Mit "Triester (Hommage à Skerbisch)" wollen die beiden Künstler Martin Osterider und Martin Behr das Kunstwerk „Gartenlabyrinth“ (2007/2019/2026) von Hartmut Skerbisch wieder ins Bewusstsein rufen © Martin Behr/Martin Osterider, Triester (Hommage à Skerbisch), Foto: Markus Haslinger

Das Lichtschwert neben dem Grazer Opernhaus, der Brunnen am Südtirolerplatz, Werke im Österreichischen Skulpturenpark in Premstätten und das Gartenlabyrinth auf der Tändelwiese im Triester Viertel: Harmut Skerbisch (1945–2009) erforschte in seinen Arbeiten die Verbindung von Welt, Mensch und Bewegung. Auf Initiative von kunstGarten und in Kooperation mit dem Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark und der Abteilung Grünraum der Stadt Graz hat Skerbisch mit kunstGarten 2007 nach einer Befragung der Anwohner*innen die Gestaltung der Grünflache im Dr.-Schlossar-Park realisiert. Ziel war es, auf rund 2.400 m² einen Erholungsraum und Begegnungsort zu schaffen.
Irmi Horn, künstlerische Leiterin von kunstGarten erinnert sich: "Als Schülerin ging ich acht Jahre lang an dem Park vorbei zur Straßenbahn. Die dicht bewohnte Gegend blieb über Jahrzehnte hinweg unverändert – es war an der Zeit, ihr einen Raum für die Kunst zu geben. Also fragte ich 2005 Hartmut Skerbisch, ob er Interesse hätte. Entstanden ist seine größte Skulptur – eine Augenweide sowie ein Spiel- und Erholungsraum. Labyrinthe und Irrgärten sind anderswo touristische Anziehungspunkte – wieso sollte Gries so etwas nicht auch haben? Im Gedenken an Hartmut Skerbisch, an unsere Freundschaft und an das Bestreben, diese Gegend kulturell zu beleben, freut es uns, dass das Gartenlabyrinth nun wieder instandgesetzt wurde."
 

Das Gartenlabyrinth als Ort der Begegnung, Erholung und des Nachdenkens  
Ähnlich einem Tropfen, der in ruhiges Wasser fällt und unendliche Kreise zieht, setzte Skerbisch einen zentralen Punkt aus Stahl auf die Wiese. Aus diesem entspringen im 60-Grad-Winkel sechs Stahlblütenblätter, die sich in spiralförmigen Linien fortsetzen. Sichtbar und begehbar werden diese Linien durch Wege, deren Ränder aus niedrig wachsender immergrüner Heckenkirsche bestehen. Geschaffen wurde damit ein Rückzugsort, der in dem von Straßenverkehr dominierten Triester-Viertel zum Spielen, Spazierengehen und Nachdenken einlädt.

"Die Kunst von Hartmut Skerbisch ist tief im Grazer öffentlichen Raum verwurzelt. Umso wichtiger ist es, dass wir seine Werke hegen und pflegen. Mit dem Gartenlabyrinth ist im Triester Viertel ein besonderer Ort entstanden, von dem auch die Nachbarschaft unmittelbar profitiert – ein Stück Grün, das verbindet. Umso schöner ist es, dass wir dieses Werk jetzt wieder gemeinsam beleben. Mein Dank gilt Irmi Horn und dem Institut für Kunst im öffentlichen Raum für dieses Engagement“, so Vizebürgermeisterin Judith Schwentner.

Kulturstadträtin Claudia Unger: „Das Gartenlabyrinth von Hartmut Skerbisch bietet einen niederschwelligen Zugang zu Kunst. Und das ist durchaus auch wörtlich gemeint, zumal es aktiv durchschritten und damit auch ganz individuell erlebt werden kann. Der Standort ist von großer Relevanz, er entspricht nicht zuletzt dem Wunsch des Künstlers, dass Kunst für die Bevölkerung in der gesamten Stadt erlebbar sein soll. Schön, dass das Kunstwerk jetzt seinen zweiten Frühling erlebt!“

Künstlerische Interventionen auf den Spuren von Hartmut Skerbisch
Martin Behr und Martin Osterider, beide in der Triestersiedlung aufgewachsen und seit mehr als 20 Jahren ebendort künstlerisch tätig, wollen das Kunstwerk wieder stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung rufen. Unter dem Titel Triester (Hommage à Skerbisch) sind Drohnenfotos entstanden, die durch einen Blick von oben das Kunstwerk und das Konzept dahinter deutlich erkennen lassen. Zusätzlich haben Behr und Osterider Plakate und Sticker (in der Ästhetik der „Fußballpickerln“) gestaltet, die – im öffentlichen Raum angebracht – Werbung für die Arbeit von Hartmut Skerbisch machen sollen.
Eine künstlerische und interaktive Soundarbeit steuert zudem der Komponist und Musiker Josef Klammer bei: Die Klangperformance Froschquartett für 36 Spielkarten, die auf den Klängen von internationalen Froscharten basiert, erlebt am 25. April ihre Uraufführung. Das Kunstwerk von Skerbisch sowie die unmittelbare Umgebung versteht Klammer als Teichlandschaft. Über QR-Codes können Besucher*innen Töne am Smartphone abrufen und so gemeinsam ein interaktives Froschkonzert entstehen lassen.
 

Kunst, Natur und Hartmut Skerbisch am 25. April
Ein Familienfest auf der Tändelwiese zu Ehren des steirischen Künstlers bietet ein vielfältiges Programm: Neben den künstlerischen Interventionen sorgt DJ Mama Feelgood, ebenfalls in der Triestersiedlung aufgewachsen, für den musikalischen Rahmen. Der Spielebus der Kinderfreunde wird dort aufschlagen, es warten Kaffee und Kuchen, Pflanzenkisterln zum Mitnehmen und vieles mehr. Ein Nachmittag, der bei einem gemütlichen Beisammensein mit Kunst, Natur und Hartmut Skerbisch einlädt.


Ebenfalls am 25. April bietet das Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark eine Bustour zu den Werken von Skerbisch in und rund um Graz an: Gestartet wird beim Lichtschwert am Opernring, ein Halt beim Fest auf der Tändelwiese ist eingeplant, weiter geht es zum kunstGarten, enden wird die Tour im Österreichischen Skulpturenpark.

„Mit unserem Fest und insbesondere mit der kostenlosen Bustour zu den öffentlich zugänglichen Werken von Skerbisch in und rund um Graz möchten wir die beeindruckende Vielfalt dieses steirischen Künstlers sichtbar machen – in seinem Schaffen, seinem Denken und vor allem in seinen Dimensionen. Dabei geht es nicht nur um die tatsächlich beeindruckende Größe seiner Arbeiten, sondern auch um die gedanklichen Räume, die bis hin zu galaktischen Systematiken reichen, auf die sich der mathematikbegeisterte Künstler bezog“, so Gabriele Mackert, Leiterin des Instituts für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark.   

Die Skulptur ist eine raffinierte Konstruktion, bei der aus jeweils einem Würfel fünf weitere Würfel wachsen. Der technisch anmutende Titel bezieht sich auf das Jahr der Entstehung, die Form (Hexaeder) und die Gestaltung. Die Verkleinerung der Würfel geschieht mit dem Faktor 0,44902, nicht zuletzt folgen die Seitenverhältnisse dem Goldenen Schnitt und sorgen damit für eine besonders harmonische Wirkung.

Die Bustour führt auch zum Österreichischen Skulpturenpark in Premstätten, wo u. a. die Arbeit "3D Fraktal 03/H/dd", 2003 von Hartmut Skerbisch zu sehen ist, Foto: Dieter Leitner

Über den Künstler
Hartmut Skerbisch, geb. 1945 in Ramsau am Dachstein, gest. 2009 in Graz; Kindheit, Grundschule in Deutschlandsberg; Studien, hauptsächlich Architektur, an der TU Graz; Raumkonzepte, Arbeiten mit Video, Fotografie und skulpturalen Elementen ab 1969; Ausstellungen im In- und Ausland ab 1975; Werke in Sammlungen des In- und Auslands, unter anderem z. B. Kunst im öffentlichen Raum Graz.

 


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Kunst, Natur und Hartmut Skerbisch
Familienfest auf der Tändelwiese und Wiedereröffnung des Gartenlabyrinths von Hartmut Skerbisch
25.04.2026, 13–18 Uhr
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich
Weitere Informationen

 

Begrüßung und Eröffnung mit Gabriele Mackert (Leiterin des Instituts für Kunst im öffentlichen Raum), Marko Mele (wissenschaftlicher Geschäftsführer des Universalmuseums Joanneum), Irmi Horn (kunstGarten), Kulturstadträtin Claudia Unger und Vizebürgermeisterin Judith Schwentner
Mit künstlerischen Interventionen von Martin Behr/Martin Osterider und Josef Klammer
Musik von DJ Mama Feelgood, Essen, Spielebus, Pflanzenkisterln für zu Hause u. v. m.

 

 

Bustour und Führung mit Alexandra Riewe zu Kunstwerken von Hartmut Skerbisch
Abfahrt: 12 Uhr Lichtschwert (Opernring)
Weitere Stationen: Südtirolerplatz, Tändelwiese, kunstGarten, Österreichischer Skulpturenpark.
Die Bustour ist gratis, keine Anmeldung erforderlich
Weitere Informationen

 

 

Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark in Kooperation mit Stadt Graz, kunstGarten, Stadtteilzentrum Triester

 

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Bildmaterial zum Download finden Sie hier: HARTMUT SKERBISCH

 

 

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