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Ein neuer Leitfaden zum Blühen und Summen bringt Wissen über heimische Wildblumenwiesen

 

Graz, am 09.04.2026

 

Ein neuer Leitfaden widmet sich der faszinierenden Welt der Wildblumenwiesen – einem Sinnbild für Vielfalt, Wandel und den menschlichen Einfluss auf unsere Umwelt. Im Rahmen des Jahresprojektes BLOOM des Universalmuseums Joanneum und des Kunsthauses Graz stehen Blumen und ihre Bedeutung für Kultur und Gesellschaft im Mittelpunkt.

Der neue Leitfaden zum Blühen und Summen gibt wertvolle Tipps zum Anlegen und Pflegen artenreicher Wildblumenwiesen; Timna Pachner (Projektkoordination BLOOM), Christine Podlipnig (Verein Blühen & Summen) und Katrin Bucher Trantow (Kunsthaus Graz, Projektleitung BLOOM), v. l., Foto: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek

Blühen & Summen ist der Name jenes engagierten Vereins, der es sich zum Ziel gesetzt hat, Wildblumenwiesen als artenreiches Grünland in der Steiermark zu fördern und damit einen Beitrag zum Schutz der zunehmend bedrohten Biodiversität zu leisten. Zugleich möchte der Verein Wissen über heimische Wildblumen und ihre Bedeutung einer breiten Öffentlichkeit vermitteln. Im Rahmen des BLOOM-Projekts von Universalmuseum Joanneum und Kunsthaus Graz steht die vielfältige Bedeutung von Blumen in Kunst und Gesellschaft im Mittelpunkt. Gleichzeitig wird auch auf den hohen ökologischen Wert heimischer Wildblumen und Wiesenkräuter aufmerksam gemacht. Dazu hat der Verein Blühen & Summen in Kooperation mit dem Universalmuseum Joanneum und dem Kunsthaus Graz eine Neuauflage seines Leitfadens veröffentlicht.

 

„Es ist ein Gebot unserer Gesellschaft, die Ursprünglichkeit und natürliche Vielfalt wieder zuzulassen. Es geht um ein Bewusstwerden und um ein gezielt nachhaltiges Handeln“, ist Christine Podlipnig, Obfrau des Vereines, überzeugt. Katrin Bucher Trantow, Projektleiterin des Jahresprojektes BLOOM, ergänzt: „Die biodiverse Wiese ist ein Modell für die Zusammenhänge des Lebens. In ihr wird sichtbar, wie in der Welt alles miteinander verbunden ist. Es lohnt sich, einen Flecken anzulegen – seinen Wandel zu studieren und die eigene Aufgabe des zweimaligen Rückschnitts anzunehmen. Und dann sollte man einfach mal zuschauen. Es leuchtet ein, dass auch das kleinste Wesen im regen Treiben eine Rolle hat, die für das Gesamtgefüge unserer Mit-Welt von Bedeutung ist.“

 

Faszination für heimische Wiesenblumen

Anhand von Artenporträts werden die fast schon vergessenen und zum Teil selten gewordenen Wiesenblumen vorgestellt. Neben einer Pflanzenbeschreibung geht man auf Wirkung, Verwendung und Namenskunde ein. Viele Wiesenkräuter sind altbekannte Heilpflanzen. Sie enthalten wertvolle ätherische Substanzen mit oft antibakterieller bzw. entzündungshemmender Wirkung. Dazu bereichern sie unseren Speiseplan. Zusätzlich sind heimische Wildblumen ökologisch nützlich und unglaublich wertvoll. Sie sind essenzielle Futter- oder Gelegepflanzen für unsere Insekten. Der Großteil der Wildbienen ist hoch spezialisiert – so manche Wildbiene ist abhängig von einer Pflanzenfamilie (z. B. Glockenblumengewächse) oder gar einer einzigen Pflanzenart. Es herrschen hier spezielle Wechselbeziehungen und Abhängigkeiten. Auch Schmetterlinge sind häufig auf bestimmte Pflanzen angewiesen: Ihre Raupen ernähren sich meist nur von ausgewählten Arten, weshalb die Falter ihre Eier gezielt auf diesen Pflanzen ablegen. Dieses Zusammenspiel zwischen Flora und Fauna ist ebenfalls Thema des Leitfadens und wird im Rahmen von BLOOM in der Ausstellung Blümchensex im Naturkundemuseum aufgegriffen.

 

 

Die enge Wechselbeziehung zwischen Insekten und heimischen Wildpflanzen ist eine wichtige Grundlage für funktionierende Ökosysteme; hier Hauhechel-Bläuling auf einem Bocksbart; Foto: Blühen & Summen

Kulturgut und Ort natürlicher Vielfalt

Bunte Wiesen sind Sinnbild einer traditionellen Kulturlandschaft. Bis vor 100 Jahren waren Weideflächen und Mähwiesen artenreich und vielgestaltig. Ursprünglich dem Wald abgerungen, haben sich je nach Standort und Region unterschiedliche Pflanzengesellschaften angesiedelt. Die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft und der Bodenverbrauch hat viele buntblühende Arten verdrängt. Traditionelle Wiesen findet man heute meist nur mehr in ungünstigen Lagen. Solche Feuchtwiesen oder Halbtrockenrasen sind oft letzte Refugien für unsere Pflanzen- und Tierwelt. Ihr Erhalt ist daher von großer Bedeutung.

 

Blühende Initiativen in der Steiermark

Der Verein Blühen & Summen konzentriert sich auf die Schaffung und Erhaltung artenreichen Grünlands. Mit der Initiative „Blühende und Summende Steiermark“ wird dies als bewusstseinsbildende Maßnahme umgesetzt. Seit 2019 werden im Rahmen der Aktion „Wildblumen“ gemeinsam mit steirischen Gemeinden Wildblumen gepflanzt und Wiesen angelegt. Wichtige Faktoren sind fachgerechte Standortwahl, Ansaat sowie Pflege und Bewirtschaftung durch zeitgerechtes, schonendes Mähen. In Kooperation mit dem Straßenerhaltungsdienst werden zudem Straßenbegleitflächen in allen steirischen Bezirken zum Blühen gebracht.

 

„Mit der Neuauflage des Leitfadens möchten wir Wissen über heimische Wildblumen vertiefen und zugleich für den Wert artenreicher Wiesen sensibilisieren. Er verbindet botanische Informationen mit kulturgeschichtlichen Bezügen und zeigt die vielfältigen Beziehungen zwischen Pflanzen, Tieren und Menschen auf. Gleichzeitig lädt der Leitfaden dazu ein, Fragen zu stellen und Antworten zu suchen – über Wildblumenwiesen als Lebensräume, Kulturräume und Zukunftsräume. Es freut uns sehr, dass wir bei der zweiten Ausgabe aktiv mitwirken konnten“, so Marko Mele, wissenschaftlicher Direktor des Universalmuseums Joanneum.

 

 

Der Leitfaden zum Blühen und Summen ist an den Kassen des Universalmuseums Joanneum sowie des Kunsthauses Graz und direkt beim Verein Blühen & Summen erhältlich, Foto: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek

Leitfaden zum Blühen & Summen
Fragen und Antworten zur Wildblumenwiese

 

Umfang: 200 Seiten, A5-Format
Herausgeber: Verein Blühen & Summen
Vorwort: Marko Mele, wissenschaftlicher Direktor, Universalmuseum Joanneum und
Katrin Bucher Trantow, Projektleitung BLOOM, Chefkuratorin, Kunsthaus Graz
Autor*innen: Christine Podlipnig, Michael Kreuhsler (Verein Blühen & Summen)

 

Erhältlich ist der Leitfaden an den Kassen des Universalmuseums Joanneum sowie des Kunsthauses Graz und direkt beim Verein Blühen & Summen.

 

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Wie Bienen sehen
Veranstaltungstipp im Rahmen von BLOOM im Kunsthaus Graz

 

Kuratorinnenführung und Gespräch: Ein Perspektivwechsel zwischen Mensch und Biene:
In 30 % Löwenzahn sprechen Künstler Spencer Finch und die Kuratorin Katrin Bucher Trantow über Wahrnehmung, Beobachtung und das Sichtbarmachen des Unsichtbaren.

 

16. April 2026, 17:00 Uhr
Kunsthaus Graz, Space02

 

Mehr Informationen zur Veranstaltung finden Sie HIER

Mehr Informationen und Bildmaterial zum Jahresprojekt BLOOM finden Sie HIER

 

 

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Mit herzlichen Grüßen

 

Daniela Teuschler
+43/664/8017-9214, daniela.teuschler@museum-joanneum.at

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