Bilderkabinette 16.-18. Jh.

 

Seit der späteren Renaissance bildete sich die moderne Kultur der Privatsphäre heraus, die auch eine individuelle Sammelkultur einschloss. Fürstliche Residenzen wie patrizische Wohnhäuser wurden zu Orten eines intimen Luxus. Diesen nun kostbar ausgestatteten Interieurs entspricht ein neuer Bildtypus: das Kabinettbild. Auf Holz oder Kupfer gemalt, entfaltet sich hier ein singulärer Sinn für Präzision, der seinen Höhepunkt in der flämischen Kunst um 1600 mit ihren zunehmend international begehrten Vertretern hat. So können auch die nach italienischem Vorbild formulierten großen Themen der europäischen Malerei, die Allegorie sowie die religiöse bzw. profane Historie Eingang in die persönliche Sphäre des kultivierten Kunstfreundes finden. Ein neuer Begriff wird dafür geprägt: An die Stelle des humanistischen Schreibkabinetts (studiolo) tritt das cabinet d’amateurs.

Das Erbe dieser Kultur trat das 18. Jahrhundert mit seinen ebenfalls intim zugeschnittenen Bilderkabinetten an, als neben die große Geste der weiterhin dominierenden sakralen wie profanen Historienmalerei die Genremalerei trat, wie sie dem Zeitgeschmack des Rokoko entsprach. Den Zwängen eines schon überlebten, höfischen Zeremoniells wurde nun das Angenehme und Unbeschwerte gegenübergestellt, das man in der Natur als unverdorbenem Idyll wiederzufinden glaubte. Bevorzugt wurde auf die Formensprache und Milieuschilderung im Stil des 17. Jahrhunderts in den Niederlanden zurückgegriffen, jedoch wurde deren Bildsinn mit seinen vielfältigen moralischen Mahnungen durch Verfeinerung abgeschwächt. Hauptmeister dieser in Mitteleuropa weit verbreiteten Strömung waren in Wien Johann Georg Platzer und Franz Christoph Janneck. In Prag war es Norbert Grund, der wegen seiner atmosphärischen Schilderungen nach dem Vorbild Venedigs auch der "böhmische Guardi" genannt wird.

Alte Galerie, Schloss Eggenberg

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Öffnungszeiten
01. April bis 29. Oktober Mi-So, Feiertag 10 - 17 Uhr

01. November bis 31. Dezember: nur im Rahmen einer Führung und nach Voranmeldung zugänglich.

01. Jänner bis 23. März 2018 geschlossen.

24. März 2018 bis 31. Oktober 2018 Mi-So, Feiertag 10 - 17 Uhr

01. November 2018 bis 04. April 2019 wegen Ausstellungsumbau geschlossen.


Zusätzliche Termine entnehmen Sie bitte dem Kalender.


Öffnungszeiten der Bibliothek
Di–Fr 10–12 Uhr und nachmittags gegen Voranmeldung

 

2. April 2018
21. Mai 2018