Der Gottesknecht

Leidensweg - Tod am Kreuz - Beweinung

Leidensweg

 

Auf die behütete Kindheit folgt der qualvolle Kreuzweg Jesu. Die Kunst erfasst dies mit schonungslosem Realismus. In den Darstellungen der Leiden Christi spiegelt sich die Härte mittelalterlicher Rechtspraxis: Öffentliche Hinrichtungen sind Massenspektakel, menschliches Leid wird gierig beklatscht. Die Wehrlosigkeit Christi ist freilich nicht stumpfe Passivität, sondern bedeutet Ergebenheit in den Willen des Vaters. Das Leid ist die Erfüllung des göttlichen Heilsplans.

Tod am Kreuz

 

Die Passion Christi ist das Herzstück mittelalterlicher Frömmigkeit. Unzählige Darstellungen zeigen den qualvollen Todeskampf Jesu. Seinen Schmerz soll auch der Gläubige nachvollziehen. Er wird zum Mit-Leiden, zur compassio, aufgefordert. Der Betrachter soll sich im Geiste in die Menge versetzen, die der Kreuzigung auf Golgatha beiwohnt und im vergossenen Blut die Quelle seiner Erlösung erblicken.

Beweinung

 

Die Passionsfrömmigkeit des späten Mittelalters bringt zwei besondere Bildtypen hervor, die Pietà und den Schmerzensmann. Die Pietà zeigt den toten Christus nach der Kreuzabnahme auf dem Schoß der trauernden Mutter. Als Schmerzensmann erscheint Christus den Gläubigen, um sie, wie den zweifelnden Thomas, im Glauben an die Auferstehung zu bestärken. Zur Bestätigung des Leidens zeigt er die fünf Wundmale. Diese Bildform hat einen theologischen Sinn. Sie steht für die kirchliche Lehre vom Altarsakrament: Im Messopfer ist Christus in Brot und Wein tatsächlich gegenwärtig.

 Kunstwerke im Überblick

Passionstafel aus St. Lambrecht

Österreichischer Maler (?), um 1370


um 1365/73
Tafelmalerei auf Tannenholz
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Kreuzigung

Steirischer oder Salzburger Maler, um 1440



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Mühlauer Kruzifix

Meister des Mühlauer Kruzifixes, um 1310/20



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Kreuztragung & Christus am Ölberg

Meister der St. Lambrechter Votivtafel


um 1435
Tempera auf Holz
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Alte Galerie, Schloss Eggenberg

Eggenberger Allee 90
8020 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9560
altegalerie@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
01. Juli bis 31. Oktober Di-So, Feiertag 10 - 17 Uhr
01. November bis 31. März 2021

geschlossen, bis 22. Dezember 2020 jedoch im Rahmen einer Führung und nach Voranmeldung zugänglich


Zusätzliche Termine entnehmen Sie bitte dem Kalender.

Öffnungszeiten der Bibliothek
Di–Fr 10–12 Uhr und nachmittags gegen Voranmeldung

 

 

26. Oktober