Paul Neagu

03.06.-25.09.2022


Eine Kooperation mit dem Kunstmuseum Liechtenstein

In Zusammenarbeit mit: The Paul Neagu Estate (UK) 
 

Kuratiert von: Friedemann Malsch, Magda Radu und Georg Schöllhammer
Ort: BRUSEUM

 

Ausstellungsarchitektur und Rekonstruktionen: Johannes Porsch


"Paul Neagu", BRUSEUM, Neue Galerie Graz
Video: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek

Über die Ausstellung

Das BRUSEUM zeigt die erste internationale Retrospektive des in Rumänien geborenen Künstlers Paul Neagu (1938–2004), die vom Kunstmuseum Liechtenstein 2021 präsentiert worden ist, in einer adaptierten Form in Graz.

 

Paul Neagu war ein universeller Künstler, der sich mit skulpturalen, performativen und zeichnerischen Arbeiten in zusammenhängenden Präsentationen beschäftigte. Er arbeitete an einer verständlichen kulturübergreifenden Bildsprache, die zugleich in den Ansprüchen und Untersuchungen komplex ist.

 

Noch in Rumänien fand Neagu einen Ausweg aus dem konservativen Paradigma des dortigen Kunstsystems, indem er sich mit Bewegungen wie Op Art, Kinetischer Kunst, Neokonstruktivismus und Kybernetik vertraut machte. In seinem «Palpable Art Manifesto» fordert Neagu 1969 eine Kunstbetrachtung anhand aller Sinneswahrnehmungen – erweitert durch Berühren, Riechen, Schmecken, Hören.

 

Die taktilen Objekte, die Neagu nach 1969 herstellte, weisen eine zusammengesetzte Materialität auf. Es sind Schachteln, in deren Innerem verschiedene Objektteile und Materialien verhärtet sind: Brot, Maisbrei, Federn, Metallklingen, Mosaik- oder Glasstücke, Samt oder Streichhölzer. In zahlreichen Objekten und Zeichnungen Neagus ist eine zelluläre Unterteilung anzutreffen – ein Schlüsselelement, das die Beziehung zwischen dem Teil und dem Ganzen, der Einheit und dem System, der Zelle und dem Organismus in den Vordergrund stellt.

 

Das Vokabular der Skulptur erforschend, kam Neagu nach Mitte der 1970er-Jahre zu seiner wohl kennzeichnendsten Erfindung, dem Hyphen. Es handelt sich um ein Gebilde, das trotz seiner scheinbaren Einfachheit auf vielschichtigen Betrachtungen der formalen und symbolischen Bedeutungen geometrischer Grundformen beruht. Zugleich kombiniert der Hyphen Elemente des Kulturellen und des Volkstümlichen. Neagu schmiedete dieses Vokabular, indem er sich mit bäuerlichen Handwerken und Traditionen befasste, die sich von Rumänien bis China, von Griechenland bis Schottland erstrecken.

 

In den 1980er- und 1990er-Jahren setzte Neagu seine Erkundungen zur Sprache der Skulptur in immer neuen, sich verdichtenden Formeln fort und bezog Elemente der Performativität und Verkörperung in eine vielseitige Konzeption des Mediums ein. Der letzte Abschnitt seiner Karriere ist auch deshalb emblematisch, weil er die Risse in der diasporischen Identität des Künstlers noch deutlicher hervortreten ließ, ihre immerwährende Unbestimmtheit, die zwischen intellektueller Offenheit und Mobilität und dem Trauma der Nicht-Zugehörigkeit oszilliert. So ist Neagu, abgesehen von seinen unbestrittenen kreativen Leistungen, eine Figur, deren aktuelle Neubewertung nicht nur künstlerisch, sondern auch kulturell relevante Fragen aufwirft.

 

Die Ausstellung ist eine Produktion des Kunstmuseum Liechtenstein in Zusammenarbeit mit dem Nachlass des Künstlers und wird kuratiert von Georg Schöllhammer, Magda Radu und Friedemann Malsch. Ausstellungsarchitektur und Rekonstruktionen von Johannes Porsch. Die Ausstellung wird unterstützt vom Rumänischen Kulturinstitut in Wien.

Rahmenprogramm

Do 07.07.

16:00

Führung

> Neue Galerie Graz

Mi 09.11.

16:00

Bildzeit

Veranstaltung> Neue Galerie Graz

Veranstaltung

> Neue Galerie Graz

Bildergalerie

Neue Galerie Graz

Joanneumsviertel
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9100
joanneumsviertel@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten


Di-So, Feiertag 10 - 18 Uhr


Führungen
Termine finden Sie im Kalender oder nach Voranmeldung.

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Di-Sa 10-24 Uhr

 

 

 

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