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"DER LODENFÜSSLER"

Performance im Rahmen der regionale10

„Fünfzig Meter Loden bewegten sich von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr durch das Ennstal“
Performance zum Projekt Burning Love (Lodenfüßler) von Christian Philipp Müller (CH)

Als Performance zu diesem Ausstellungsprojekt wurde ein ca. 50 Meter langes Lodenstück von der Produktionsstätte, der Lodenwalke Ramsau/Rössing, zum Ort der Ausstellung nach Schloss Trautenfels getragen. Die Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Mitterberg hat den Loden in Form eines Wetterfleckes für 20 Personen in 42 km Fußweg - einer Marathondistanz - am 13. Mai 2010 von Ramsau am Dachstein durch das Ennstal ins Schloss Trautenfels getragen

  Foto: A.Baldinger   

Der Schweizer Künstler Christian Philipp Müller (CPM) stellt das Thema Loden und das Kleidungsstück Wetterfleck in den Mittelpunkt seines Projektes für die Ausstellung im Schloss Trautenfels. Im Katalog zur Ausstellung beschreibt Andre Rottmann das Projekt unter anderem so: „Es ist der hier produzierte, verarbeitete, vermarktete, getragene und lokale Identität ebenso stiftende wie repräsentierende Stoff Loden, den Müller ins Zentrum seines jüngsten Werks stellt, das aus einem Ausstellungsdisplay (in Form eines an der Wand installierten Bildtableaus), einer Performance und einer raumgreifenden Skulptur besteht.“
Die Performance des Künstlers, der ein Projekt im Rahmen der „regionale10“ für die Sonderausstellung im Schloss Trautenfels „Der schaffende Mensch. Welten des Eigensinns“ erarbeitet hat, wurde zu Christi Himmelfahrt am 13. Mai 2010 von der Freiwilligen Feuerwehr Mitterberg durchgeführt.
Der Loden wurde am 11. Mai 2010 in der Lodenwalke Ramsau am Dachstein gewalkt. Der Vorgang des Walkens und des Trocknens dieses Lodenstücks wurde von David Kranzelbinder im Beisein des Künstlers filmisch dokumentiert. Das fünfzig Meter lange und 1,50 Meter breite Lodenstück bewegten 20 Männer der Freiwilligen Feuerwehr Mitterberg als sogenannten „Lodenfüssler“ auf der Marathonstrecke von 42 Kilometern von Ramsau am Dachstein nach Schloss Trautenfels.
Der Weg führte durch neun Gemeinden des Ennstales von Ramsau am Dachstein nach Haus im Ennstal (Ortsteil Weißenbach bei Haus), Aich-Assach, Pruggern, Michaelerberg, Mitterberg, Großsölk (Stein an der Enns), Öblarn, Niederöblarn nach Pürgg-Trautenfels.
Mit diesem Projekt ist die erklärte Absicht des jungen steirischen Festivals, nämlich die aktive Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner punktgenau getroffen. Die Schnittstelle zwischen zeitgenössischer Kunst und Alltagskultur zeigte sich auf der 42 Kilometer langen Strecke durch neun Gemeinden. Lebensfreude, Lebensgefühl, soziale wie emotionale Kompetenz der Menschen sowie die Buntheit der Landschaft wurden spürbar.
Durch die verschiedenen Stationen in den einzelnen Gemeinden, durch die gelebte Gastfreundschaft und die freundlichen Empfänge der Bürgermeister sowie Bewohnerinnen und Bewohner gestaltete sich der Weg kurzweilig. Die 20 Männer der Freiwilligen Feuerwehr Mitterberg hatten bereits in Aich die 20 Minuten des verzögerten Abmarsches wieder eingeholt, waren frohen Mutes und bewältigten die gesamte Strecke in beachtlichem Schritt. Einsatzfahrzeuge von Polizei und Roten Kreuz begleiteten den Lodenfüssler von Ramsau am Dachstein bis Pürgg-Trautenfels. 10 Stunden dauerte es, bis der 50 Meter lange Wetterfleck im Schloss Trautenfels am dafür vorgesehenen Platz in den Ausstellungsräumen positioniert werden konnte.
Zum Abschluss wurden die tapferen Feuerwehrmänner und alle, die den „Lodenfüssler“ begleitet haben, sowie der Intendant Dietmar Seiler im Schlossrestaurant Marcher zum gemeinsamen Abendessen eingeladen.
Das Organisationsteam von Schloss Trautenfels bedankt sich sehr herzlich bei der Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Mitterberg für den außerordentlichen Einsatz im Rahmen des Kunstprojektes für die Sonderausstellung „Der schaffende Mensch. Welten des Eigensinns“ im Schloss Trautenfels.