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Universum Eggenberg

Auch Fürst Eggenberg, der in diesem geistigen Klima aufgewachsen war, schuf mit seiner neuen Residenz eine politische Utopie; eine symbolische Welt, in der gleichnishaft alles Wissen, alle Elemente und bestimmenden Kräfte des Universums ihren Platz finden sollten.

Das Schloss als Abbild des Universums

Die Zeichenhaftigkeit seiner Schöpfung ist dabei wesentlich, das intellektuelle und ästhetische Konzept des Baus sollten Gegenstand der Bewunderung und Ausdruck der Größe seines Bauherrn werden.
Wie alle literarischen Idealstaaten liegt auch Eggenberg auf einer „Insel“, durch die symbolische Wasser-Barriere des Grabens von der übrigen Welt getrennt. Das Schloss ist harmonisch in die Welt eingefügt, seine Ecken orientieren sich nach den Windrichtungen, sodass die Sonne, im Osten aufgehend, im Laufe eines Tages das ganze Haus wie eine riesige Sonnenuhr umwandert und so jede Fassade eine Tageszeit lang ihr Licht erhält. Neben den vier Windrichtungen klingen damit auch die vier Tageszeiten an, und die Seiten korrespondieren mit Morgen, Mittag, Abend und Nacht.
Auch die Raumdisposition muss als Programm verstanden werden. Das Gebäude folgt in seinem Aufbau einer strengen hierarchischen Ordnung, die von der Alltagswelt unten zur idealen Welt der Ideen im obersten Geschoss aufsteigt. Im Zentrum überragt der hohe Mittelturm die gesamte Anlage, der mit Brunnengrotte und Kapelle, mit Höhle und Turm, tief in das alchemistische Denken der Zeit führt.