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Planetengarten

Der Extragarten in der Nordecke des Eggenberger Parks hat viele Veränderungen durchlaufen: barocker Küchengarten, Schaugarten der Herberstein’schen Handelsgärtnerei, Gemüsegarten und Baumschule. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er schließlich vollkommen verwildert. Da keine der vielen Nutzungen ausreichend dokumentiert ware, um eine Rekonstruktion zu ermöglichen, erfuhr dieser Teil des Gartens eine völlige Neugestaltung.

Eggenberger Planetengarten

Als die Gemälde des Planetensaales entstanden, war die magische Vorstellung, dass die zu Sternbildern verwandelten Götter alle irdischen Erscheinungsformen prägten und lenkten, schon weit über tausend Jahre alt. Jeder Planet beherrschte darin ein eigenes Reich, in dem seine Eigenschaften am reinsten zum Ausdruck kamen. In diesem Modell des  Universums hatte jeder Planet nicht nur unter den Menschen seine „Kinder“, auch Pflanzen, Tiere, Mineralien, Orte und Tätigkeiten, Farben und Formen trugen seine Signatur. Alle irdischen Erscheinungsformen ließen sich dabei einem Planeten zuordnen und haben als so genannte „Planetenkinderbilder“ eine reiche Ikonografie hervorgebracht. In zahlreichen Anlagen des 16. und 17. Jahrhunderts gab es „Planetengärten“.

Mit diesem tradierten Material spielend, formte die Architektin Helga Maria Tornquist poetische Gartenräume, die unter dem Signum der sieben klassischen Planeten stehen. Dornige Barrikaden aus roten Berberitzenhecken formieren den Bereich des kriegerischen Mars, bewachen zwei Venusgärten, die – von Rosenhecken eingefasst – mit dem Thema klassischer Liebesgärten spielen. Erdbeeren und Maiglöckchen, Salbei und Zitronenthymian füllen die Zwischenräume eines kunstvollen Knoten-Parterres, das aus verschlungenen Herzen geformt ist. Historische Alba-, Bourbon- und Damaszenerrosen sind zu kostbaren Ensembles vereinigt. Treillagengänge aus Goldregen formen die Sonnenstrahlen, gesäumt von flammenden Staudenbeeten, die sich vom hellen Gelb bis ins strahlende Rot der untergehenden Sonne entfalten. Im Schatten einer Eibenhecke liegt ein weißer Mondgarten um die Wasserrosen eines Teichs. Gewächse, die das Dunkel lieben, sollen hier ein Refugium entstehen lassen, dass die Fantasie beflügelt. Mondviolen, Lunaria, weiße Lilien als Symbole der Unschuld, werden in der Nacht vom betäubenden Duft der Reseden eingehüllt. Im Wandel der Jahreszeiten können die Besucher/innen also ein vielgestaltiges Universum durchwandern.