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Joanneumsviertel

  • 27.08.2009

Das Joanneumsviertel

Luftbild

2011 feiert das Universalmuseum Joanneum sein 200-jähriges Bestandsjubiläum - als eines der ältesten und modernsten Universalmuseen Europas verfolgt es seit 1811 den Anspruch, Neues zu entwickeln, Forschung voranzutreiben, Wissen zu vermitteln und auf hohem Niveau Bildung mit Unterhaltung zu verbinden. Um das Museum für seine vielfältigen Aufgaben besser auszustatten und um diese Institution auch für kommende Generationen attraktiv zu halten, wurde gemeinsam mit dem Land Steiermark ein wichtiges Projekt in Angriff genommen: Das Joanneumsviertel wird ab 2011 nicht nur das Herzstück des zweitgrößten Museums Österreichs sein, sondern als wichtiger städtebaulicher Akzent für das Areal Neutorgasse/Kalchberggasse/Raubergasse neues Leben in einen Innenstadtbereich bringen, der im Laufe der Geschichte an Glanz verloren hat.

Frischer Wind für historische Gebäude

Die größte Herausforderung im Rahmen dieses Projekts ist nicht nur die Generalsanierung der bestehenden Gebäude, es sollen darüber hinaus drei Gebäude mit historischer Bausubstanz unterschiedlicher Epochen zu einem funktionellen und architektonischen Ganzen zusammengeführt werden: Das Joanneums-Stammhaus im barocken Lesliehof in der Raubergassse, das neobarocke Museumsgebäude in der Neutorgasse und die Landesbibliothek in der Kalchberggasse bilden die Basis für das Joanneumsviertel. Ein offener und einladender Platz wird die einzelnen Häuser verbinden, die über das mit Tageslicht beleuchtete Besucherzentrum im Untergeschoss zugänglich sein werden.

Für die architektonische Lösung dieser komplexen Herausforderung konnte sich die ARGE Nieto Sobejano Arquitectos/eep architekten, Madrid/Graz, 2006 im Rahmen eines international ausgeschriebenen Architekturwettbewerbs als Sieger behaupten.

Traditionsreiche Institutionen - vielversprechende Synergien

Das Joanneumsviertel wird im Wesentlichen von drei programmatischen Eckpfeilern getragen:
Der historisch älteste Teil des Museums in der Raubergasse wird das Naturkundemuseum beherbergen. Lebendige Inszenierungen und multimediale Präsentations- und Vermittlungsangebote wenden sich besonders an ein junges Publikum, die Mineralogische Sammlung bleibt als wichtiger historischer Kernbestand des Joanneum in ihrem ursprünglichen Umfeld, an dem sie sich seit 1811 befindet.

Im neobarocken Museumsgebäude Neutorgasse werden neue Standorte für drei Abteilungen des Universalmuseums Joanneum geschaffen, deren Arbeitsfelder einander auf spannende Art und Weise ergänzen: Die Neue Galerie Graz wird ihr international vielfach beachtetes Ausstellungsprogramm zu naturwissenschaftlichen und sozialpolitischen Themen im Spiegel der Kunst fortsetzen. Darüber hinaus wird man sich verstärkt der Aufarbeitung wichtiger Künstler/innen und Kunstbewegungen vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart widmen. Die Multimedialen Sammlungen verknüpfen verschiedene Kommunikationsmedien mit ihrem historischen Kontext und verfügt über einen bedeutenden Bestand von rund 2,5 Millionen Fotografien, Filmen und Tonbandaufzeichnungen sowie digitalen Medien. Das abteilungsübergreifende Sammlungssegment „Fotografie" wird die Grundlage für gemeinsame Präsentationen und Forschungen bilden.

Die Steiermärkische Landesbibliothek bildet die dritte Säule des Joanneumsviertels und wird weiterhin als Bildungs- und Forschungseinrichtung für alle SteirerInnen zur Verfügung stehen. Darüber hinaus wird man sich besonders um Kinder und Jugendliche bemühen und sich als Vermittlerin zwischen den großen Universitätsbibliotheken der Stadt und den kleinen öffentlichen Büchereien an ein breites Publikum wenden. Auf diese Weise soll ein niederschwelliger Zugang zu den ca. 700.000 Bänden sowie den umfangreichen Sondersammlungen ermöglicht werden. Zeitgemäße Lese- und Rechercheplätze, ein moderner Freihand- und Benutzerbereich (speziell für moderne Medien) und ein 2000 m² umfassender Tiefspeicher machen wieder einen zeitgemäßen Bibliotheksbetrieb in einem Gebäude möglich, das im Wesentlichen in den letzten 100 Jahren unverändert geblieben ist.

Information, Orientierung, Erschließung - das neue Besucher/innenzentrum

Unterirdisch und zentral gelegen, wird das Besucher/innenzentrum einerseits der Zugang zu den beiden Museumsgebäuden und der Landesbibliothek sein, gleichzeitig aber auch als attraktives Informationszentrum und ein Ort der Orientierung über das Gesamtangebot des Universalmuseums Joanneum dienen. Shop, Veranstaltungsräume, Ticket- und Infocenter sind hier ebenso anzutreffen wie die Entlehnungsservices und Freihandzonen der Landesbibliothek und der Bibliothek der Neuen Galerie Graz.

Der Spatenstich erfolgte am 13.01.2010.

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