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Heinrich Kühn

(1866 Dresden – 1944, Birgitz)

Kinderportrait der Friederike Gräfin Wickenburg (geb. Jele)
1907
Bromölumdruck auf Büttenpapier, 41,9 x 31,1 cm. Rechts unten signiert u. datiert
1985 Ankauf aus Privatbesitz
Inv.-Nr. X/1229
 

Heinrich Kühn zählt zu den wichtigsten Akteuren des Piktoralismus. Seine Werke weisen Parallelen zur impressionistischen Malerei auf. Antrieb ist jedoch nicht, die fotografische Wirkung der der Malerei anzunähern, sondern das fotografische Bild den Sehgewohnheiten des Menschen anzupassen sowie die emotionale Wirkung der Bilder zu steigern. Nicht zuletzt soll der künstlerische Wert der Fotografie im Gegensatz zu deren objektiv technischem betont werden. Mittels Verfahren wie Gummi- oder Öldruck sollten die gewünschte Unschärfe und Weichheit der Übergänge erzeugt werden, die dem Seheindruck des Menschen adäquater erschienen. Heinrich Kühn stellte 1896 erstmals Bilder im Gummidruckverfahren aus und widmete sich der Weiterentwicklung dieses Verfahrens. Ab 1900 schuf er Porträts, die er mit großer Sensibilität und Ausdruck von Intimität gestaltete. Hierbei war besonderer Wert auf Gesichter und Hände gelegt. Desweiteren ist der Verzicht auf Details zugunsten einer unscharfen Darstellung mit differenzierter Gestaltung der Tonwerte auffällig.