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Die Neue Galerie Graz verlässt das Palais Herberstein

Mit 2. November begann die Schließ- und Übersiedelungsphase der Neuen Galerie. Im Zuge dessen werden die Verwaltung und die Sammlungen des Museums in das neue Sammlungs- und Studienzentrum (Stiefelkönig-Auslieferungshalle, Weinzöttlstraße 16, 8045, Graz-Andritz) umziehen. Nach Abschluss der Bauarbeiten zum Joanneumsviertel wird die Neue Galerie im Museumsgebeäude Neutorgasse 45 wiedereröffnet. Die Studioreihe der Neuen Galerie wird bis Mitte 2010 in ihren angestammten Räumen im Erdgeschoss des Palais Herberstein gezeigt werden. Zwei große Ausstellungen sind im kommenden Jahr im Künstlerhaus Graz geplant: eine Personale zu Alois Mosbacher im Sommer 2010 und der Kunstpreis des Landes Steiermark im November 2010.

Währenddessen bereitet sich das Haus auf das Programm ab 2011 vor. Den Auftakt bildet die Personale „Olafur Eliasson – Surroundings Surrounded II“. Bereits im Jahr 2000 erhielt der dänisch-isländische Künstler eine umfassende Ausstellung in der Neuen Galerie. Zu den Installationen, die damals zum Großteil speziell für die Ausstellung geschaffen wurden, zählte auch eines seiner bekanntesten Werke, ein Wasserfall im Hof der Neuen Galerie. Ein weiteres Highlight, das in engem Zusammenhang mit der Sammlung der Neuen Galerie steht, ist die für 2012 geplante Personale „Wilhelm Thöny (1888–1949)“. Thöny, einer der bedeutendsten österreichischen Künstler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wird neben dieser umfassenden Ausstellung auch mit einem auf dem neuesten Forschungsstand beruhenden Catalogue raisonné gewürdigt. Damit wird nicht zuletzt auch ein seit langem gehegtes Desideratum der Neuen Galerie und der Öffentlichkeit erfüllt. Die Sonderausstellung „Die globale Kunstwelt. Eine kritische Bestandsaufnahme“ (kuratiert von Hans Belting u. Peter Weibel, eine Kooperation mit dem ZKM Karlsruhe) behandelt die Globalisierung als das wichtigste Phänomen der zeitgenössischen Kunstgeschichte. Biennalen und andere richtungsweisende Ausstellungen lösten die globale Wende in der Kunstszene aus, als 1989 der freie Handel die Restriktionen des Kalten Krieges beendete. In vielen Ländern wurde die zeitgenössische Kunst zu einem Wirtschaftsfaktor, der riesige Kulturdistrikte mit Museen und Kunstmessen beinhaltet. Die Ausstellung „Die globale Kunstwelt. Eine kritische Bestandsaufnahme“ (Arbeitstitel) repräsentiert einen ersten Versuch, die gegensätzlichen Szenarien der heutigen Kunstwelt zu dokumentieren. Sie macht die Ergebnisse des Forschungsprojekts „GAM – Global Art and the Museum“ (www.globalartmuseum.de), das von Peter Weibel und Hans Belting 2006 am ZKM | Karlsruhe initiiert wurde, sichtbar.