Mit Dingen erzählen: Die Schausammlung
- 04.11.2010
Tagung
in Kooperation mit dem Vorarlberger Landesmuseum, Bregenz und dem Institut für Kunst im Kontext, UdK Berlin im Rahmen eines forMuse-Forschungsprojektes der Museumsakademie
Anmeldung erforderlich!
In den permanenten Ausstellungen kulturhistorischer Museen wird eine Auswahl der Sammlungsbestände im Lichte der Museumsidee gedeutet und für bestimmte Realitätskonstruktionen bzw. Geschichtserzählungen eingesetzt. Wenngleich diese Charakterisierung für viele neue bzw. erneuerte Dauerausstellungen uneingeschränkt zutrifft, ergeben sich neue Fragestellungen: steht das originale, historische Objekt nicht mehr - wie in klassischen Präsentationen - im Zentrum, sondern ist es zum gleichberechtigten Mitspieler im Kontext interaktiver und medialer Angebote geworden? Ersetzen die in Sonderausstellungen ausführlich erprobten Inszenierungen erläuternde Texte? Und treten eindeutige Erzählungen und klar verständliche Botschaften, für den einmaligen raschen Durchgang des Publikums konzipiert, an die Stelle der altbekannten, dichten Objektarrangements?
Noch immer / wieder aktuell dabei alte Debatten: Historikerinnen und Historiker werfen den verantwortlichen Kuratorinnen und Kuratoren vor, in ihren Präsentationen komplexe wissenschaftliche Sachverhalte zu verkürzen. Museologinnen und Museologen kritisieren dagegen den Einsatz historischer Überreste als Illustrationsmaterial für unabhängig von ihnen entwickelte, textbasierte Argumentationen und geben zu bedenken, dass museale Präsentationen nach wie vor zumeist die Idee der einen Wahrheit und des steten Fortschritts befördern, dass sie Geschichte aus einer Perspektive festschreiben und wenig offen für alternative Sichtweisen oder neue Erkenntnisse sind.
Anhand praktischer Beispiele und begleitet von theoretischen Überlegungen wird diskutiert, was heute das Ausstellen von Geschichte im Museum bestimmt, ob Dauerausstellungen chronologische Erzählungen sein müssen, wie sich geschichtstheoretische Forderungen in museale Praxis übersetzen lassen und wie es Museumsverantwortlichen gelingen kann, ihren permanenten Schausammlungen dauerhaft das Interesse des Publikums zu sichern.
mit:
Kirsten Baumann, Museum für Arbeit, Hamburg (D)
Michael Fehr, Institut für Kunst im Kontext, UdK Berlin (D)
Bettina Habsburg-Lothringen, Museumsakademie Joanneum, Graz (A)
Felicitas Heimann-Jelinek, Jüdisches Museum der Stadt Wien (A)
Wolfgang Kos, Wien Museum (A)
Anette Kruszynski, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (D)
Harald Meller, Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (D)
Jakob Messerli, Historisches Museum Bern (CH)
Michael Parmentier, Humboldt-Universität zu Berlin (D)
Michaela Reichel, Vorarlberger Landesmuseum, Bregenz (A)
Veranstaltungsort:
Vorarlberger Landestheater, Seestrasse 2, 6900 Bregenz (A)
Kosten: Die Teilnahme ist kostenlos.
Anmeldung und Info:
Museumsakademie Joanneum
Schloss Eggenberg
Eggenberger Allee 90, 8020 Graz
T +43 (0) 316/8017-9805, Fax -9808
museumsakademie@museum-joanneum.at
Bitte melden Sie sich schriftlich per Mail oder Fax an.
Downloads
- Programm (131 KB)
- Bregenz (A)
- Vorarlberger Landestheater
- Seestrasse 2
- 6900 - Bregenz
- Terminart: Lernen & Wissen Vortrag |
- Terminbereich: Bildung, Kultur |
- Kategorien: Symposium


