Jahresprogramm 2012
Sehr geehrte Kolleginnen!
Sehr geehrte Kollegen!
Museen sind der Geschichte und der Gegenwart verpflichtet.
Museen sind durch ihren Werdegang als Institution und durch ihre Sammlungen untrennbar mit der Vergangenheit verbunden. Leiter/innen, Kuratorinnen/Kuratoren und Vermittler/innen haben zu jeder Zeit die Chance, mit der kritischen Betrachtung historischer Ereignisse und Entwicklungen sowie in der Befragung und Präsentation der Sammlungen das Vergangene im Licht heutiger Erfahrungen und Einschätzungen zu vermitteln und Position zu beziehen.
In Ausstellungen und Veranstaltungen haben sie zudem die Möglichkeit, aktuelle gesellschaftlich relevante Fragestellungen aufzugreifen, mit dem Ziel Bewusstsein zu bilden, auf die öffentliche Meinung zu wirken und auf Entwicklungen gestalterischen Einfluss zu nehmen. In diesem Verständnis des Museums als gesellschaftliches Handlungsfeld unterstützen Museumsverantwortliche das Publikum dabei, sich zu historischen Themen in Beziehung zu setzen, aktuelle Erfahrungen einzuordnen und sich in einem pluralen Kontext zu verorten.
Wir setzen uns 2012 in Tagungen, Exkursionen und Workshops u.a. damit auseinander, wie diese Verantwortung im Museum gelebt wird: In Kooperation mit dem Wien Museum beschäftigen wir uns mit der Frage, wie heute mit menschlichen Überresten und sensiblen Objekten in Sammlungen umgegangen werden kann. Im Rahmen einer fünftägigen Israel-Exkursion widmen wir uns der Auseinandersetzung mit konfliktreicher Zeitgeschichte und Gegenwart im Museum, in einer Tour durch Pariser Museen der musealen Befassung mit dem kolonialen Erbe Frankreichs. Der Frage, was zu tun ist, wenn sich politische Grenzen verändern, nicht aber museologische Zuständigkeiten, diskutieren wir im Herbst im Rahmen einer Tagung in Maribor.
Über die genannten Veranstaltungen hinaus hoffe ich, dass Sie auch 2012 ein Jahresprogramm finden, das Sie anspricht!
Bettina Habsburg-Lothringen,
Leiterin der Museumsakademie


