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1811 gründete Erzherzog Johann von Österreich das Joanneum. Heute ist das älteste Museum Österreichs mit mehr als 10 Standorten das zweitgrößte des Landes und die Museumsakademie eine von insgesamt 21 Abteilungen und Sammlungen des Hauses. Identität, Glaubwürdigkeit und Potential der Museumsakademie ergeben sich für uns wesentlich aus unserer Bindung ans Joanneum.

Erzherzog Johann sah das Joanneum vor 200 Jahren im Dienste der Gesellschaft. Es war für ihn Ort der Vergangenheit, Gegenwart und der Zukunft, der Theorie und der Praxis gleichermaßen. Sein Museum sollte die Wissbegierde, das selbstständige Denken, das Lernen durch praktische Anschauung und Austausch fördern. Eben dem fühlen wir uns verpflichtet: Wir sehen uns als Museumsakademie im Dienste jener, die Museum möglich, sichtbar und verständlich machen.
Gegenwarts- und zukunftsbezogene Museumsfrage debattieren wir vor dem Hintergrund der Geschichte der Institution. Als Forum und Ort der Reflexion bringen wir Museums- und Ausstellungspraktiker/innen mit Wissenschafterinnen/Wissenschaftern und Kunstschaffenden ins Gespräch, als Labor und Werkstatt zum gemeinsamen Handeln.

Wir richten unsere Angebote an Kuratorinnen/Kuratoren, Gestalter/innen und Kulturvermittler/innen, Wissenschafter/innen, Künstler/innen und Studierende, die ihre museologischen Kompetenzen vertiefen wollen. Sie alle möchten sich zu den Bedingungen des Museums verhalten: Sie suchen nach Antworten auf Fragen, die sich vor dem Hintergrund eines dynamischen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kontextes immer wieder neu stellen und zu lösen sind. Sie wollen mehr über die Potentiale der Institution Museum und des Mediums Ausstellung wissen. Sie möchten Kolleginnen und Kollegen kennenlernen und sich austauschen, ihre Netzwerke ganz allgemein oder im Hinblick auf konkrete Projekte erweitern.

Wir versuchen, all dies in unseren Veranstaltungen, Forschungsinitiativen und Publikationen, mit unserer museologischen Bibliothek und der sich beständig entwickelnden Website zu unterstützen. Wir bemühen uns, museums- und ausstellungsspezifische Themen aller Art nah an den Bedürfnissen und Arbeitswirklichkeiten der Teilnehmer/innen aufzubereiten, zukunftsträchtige Projekte vorzustellen, in alle Richtungen offener und einladender Umschlagplatz für den Wissensaustausch zu sein, mit praktischen Übungen und Experimenten zu inspirieren und zu ermutigen, immer mit dem Ziel, zur positiven Entwicklung des Museums beizutragen und es als gesellschaftlich relevanten Ort mit ganz spezifischen Aufgaben und Funktionen weiter zu profilieren.
Diese Zielsetzung legt ein Denken über Fachgrenzen hinweg ebenso nahe wie ein Agieren in einem internationalen Netzwerk, die Zusammenarbeit mit Partnerinnen und Partnern aus internationalen Museen, Universitäten und Forschungseinrichtungen, die auch jene Verknüpfung von theoretischem Reflexionswissen und Erfahrungswissen aus der Museumspraxis möglich machen, die uns so wichtig ist. 

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