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Pantheon

Im 18. Jahrhundert beginnt sich die Vorstellung von dem einer Person gestifteten Denkmal auf den kollektiven Kult großer Männer, die dem Bürgertum angehörten, zu beziehen. Diese Form der Gedächtnisstif-tung geht mit der Ikonologie des antik-römischen Pantheons und seiner Memorialfunktion eine höchst erfolgreiche Verbindung ein. Die Geschichte des römischen Kultbaus spiegelt die Transformation von der antiken Allgötter-Verehrung über den christlichen Allerheiligen-Kult wieder bis zum, von ihm selber initiierten, profanen Gedächtniskult durch die 1520 erfolgte Grabstiftung für Raffael. Sakrales - das Lesen der Totenmesse am Todestag des Künstlers -, und Profanes - der Künstler- und Geniekult -, mischen sich. Toten-, Reliquien- und Gedächtniskult - schon Platon benutzt die Metapher der Höhle, um von der Wiedererinnerung der unsterblichen Seelen zu sprechen -, sind ab da verbunden und gehen mit der architektonischen Würdeform des höhlenartigen Halbkugelraumes eine unauflösliche Verbindung ein.

Gottfried Fliedl