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Museumsarchitektur

I

Perhaps for the first time in the history of avant-gardes, the museum in its broadest sense has changed ist role from whipping boy to favorite son in the familiy of cultural institutions. This transformation is of course most visible in the happy symbiosis between postmodern architecture and new museum buildings. The success of the museum may well be one of the salient symptoms of Western culture in the 1980s: ever more museums were planned and built as the practical corollary to the 'end of everything' discourse.

Andreas Huyssen

II

„All diese neuen Museen sind meist schöne, bemerkenswerte Bauwerke, aber, wie alle Kunst, feindlich gegen ‚andere‘ Kunstarten. Sie geben, einfachen, unschuldigen Bildern und einfachen, unschuldigen Skulpturen keine Chance ... Die Architektur sollte die Größe besitzen, sich selbst so zu präsentieren, daß die Kunst in ihr möglich wird, daß die Kunst nicht durch den Eigenanspruch der Architektur, Kunst zu sein, vertrieben wird und ohne – was noch schlimmer ist – daß die Kunst von der Architektur als ‚Dekoration‘ ausgebeutet wird...Das klassische Museum ist folgendermaßen gebaut: vier Wände, Licht, das von oben kommt, zwei Türen, eine, für die, die hereinkommen, die andere für die, die hinausgehen.“

Markus Lüpertz 1985

II

„Ein Grund für die ebenso verblüffende wie niederschmetternde ästhetische Dominanz, welche die Architekturen der Kunstmuseen der neunziger Jahre ausstrahlen, liegt darin, daß sie weniger Erben des sachlichen Historismus des 19. als des abstrakten Modernismus des 20. Jahrhunderts sind.“
Diese Museen sind„...unleugbar Kunstwerke, die andere Kunstwerke aufnehmen. Den Konflikt, der dabei unweigerlich auftritt, löst der Entwurf in den seltensten Fällen auf. Meistens zieht die Kunst, die in der Architektur Gastrecht genießt, den Kürzeren."
Auch die minimalistische oder reduktionistische Museumsarchitektur bietet keinen Ausweg, „sie dient nur der Selbstdarstellung“. Aber es gibt auch positive Aspekte der Entwicklung. Die „Baugattung des Kunstmuseums“ repräsentiert „exemplarisch die Architektur tout court“; „als jener Ort, in dem architektonische Vorstellungen nahezu in Reinstform verwirklicht werden und sämtliche wichtigen zeitgenössische Tendenzen anhand ihrer Spitzenpositionen, ihrer originären und radikalsten Ausprägungen nebeneinandergestellt zu werden vermögen.“

Vittorio Magnago Lampugnani: Die Architektur der Kunst. Zu den Museen der neunziger Jahre