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Musealisierung

"Wenn das Museum an Bedeutung gewinnt, dann so, wie die Wüste wächst: Es rückt vor, wo das Leben weicht, und plündert, ein wohlmeinender Pirat, die zurückgebliebenen Wracks"

Jean Clair: Considérations sur l'état des beaux-arts. Critique de la modernité. Paris 1983

Wo der Prozeß der Modernisierung "einsetzt, ist immer die r e a l e Bewegung das Erste, in der das alte geschichtliche Gut: Trachten, Einrichtungen, Gerät aus den Häusern und Orten des Wohnens und Lebens, verdrängt wird..."Aber dazu gehört, daß das so aus der gegenwärtigen Wirklichkeit entfernte gleichsam sein Sein verändert; es wird 'das Historische' und zieht - als dieses sein r e a l e s N i c h t s e i n (Hervorhebung Gottfried Fliedl) hinter sich lassend - nunmehr der Bewahrung würdig in die Museen ein, die für es geschaffen werden."

Joachim Ritter

"2056 sind die Megastädte an der Grenze der Implosion: abgeriegelte Reichenghettos und Elendsenklaven am Rand. Und was ist mit den Stadtzentren? Sie sind Museen geworden, der Geschichte oder der Gegenwart – Schatz, Heiligtum, oft in Gefahr. Sie sind umgeben von den Enklaven und werden von lärmenden, auch gewalttätigen Gruppen heimgesucht. Sie werden Stätten der Konfrontation, Verachtung."

Francoise-Helen Jourda: Europa in 50 Jahren. Böser Traum – oder die Zukunft ? Eine Vision der Megastädte im Jahr 2056. In: Die Presse, 15.04.06, Seite 41