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Führung: Modell Zerberus

Eine nicht öffentliche Schausammlung von Sehenswürdigkeiten einem ausgewählten Publikum zu eröffnen war gewiss eine komplizierte Angelegenheit. Hier eine krautig nach innen anwachsende, empfindliche, so aber dem Publikum zugemutete Versammlung undeutlicher Werte in subtiler Geordnetheit – die Ausstellung; dort Besichtigende aus Gelegenheit, die nicht ohne mit den etablierten notwendigen Umständen vertraut gemacht zu sein, zur Betrachtung zugelassen werden konnten. Und eine Ansprache, die mit der auch selbstvergewissernden Absicht unternommen wurde, das Erreichte, aber vielleicht wenig Evidente in Anstachelung sich steigernder Neugierde als besondere Gelegenheit vorzuführen. Fragen der Ordnung und Wiederauffindbarkeit, der Sicherheit und Besucherkontrolle, der vorsichtigen und lenkenden Weitergabe geeigneter Information waren zu beachten.

Eine Führung hatte Verweisaufgaben, ihre Funktion besteht ebenso im Kanalisieren, Domestizieren und im Absichern bei Aufmerksamkeit aus nächster Distanz. Aber mit dem erprobten und routinierten Erfolg solch einer Zurschaustellung nehmen Sorgen nicht ab. Die Probleme variieren allenfalls, verlagern sich und dehnen sich aus.

War es gelungen, eine fähige Moderation durch Dritte - den Mittler zwischen Museum / Kurator etc. einerseits und Publikum / Öffentlichkeit andrerseits - einzurichten, bedeutete dies für Begründer einer Sammlung den Ausweg aus der fortgesetzten Bindung an ein eigenes sich wiederholendes Präsentieren. Der Ruf einer Sammlung ließ sich gezielt weiter verwirklichen; zugleich war Zeit gewonnen, den bibliothekshaften Weiterwuchs praktisch zu bewerkstelligen oder die Fragestellungen der Sammlung unterdessen noch zu entwickeln.

Für die Besucher gefordert ist ein passend ausgearbeitetes Besichtigungsritual, das den Respekt für die Sorge um die Erhaltung der Sammlung bedingungslos teilt und die bekannten Risiken offener Darbietung heruntersetzt.

Der Durchgang und Vortrag in der Sammlung lebt dabei für die Teilnehmenden von gegebener Anregung zur Betrachtung und der vielleicht nur abgelauschten und mäßig vertieften, aber prompt besorgbaren einzelnen Wissensmitteilung auf spontane Nachfrage.

Frank Jürgensen

siehe auch Führung