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Freier Eintritt

Die Einhebung einer Eintrittsgebühr ist - neben der Regelung der Öffnungszeiten -, das wichtigste Instrument der Museen zu Herstellung sozialer Distinktion. Während früher die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Stand, die Kontingentierung der Besucher in kleinen Gruppen, Kleider- und Verhaltensvorschriften sowie Öffnungszeiten (u.a.m.) soziale Unterschiede definierten und sortierten, und so den Zugang zu den - bis 1793 (der Gründung der Museen in der Französischen Revolution) fast ausnahmslos privaten - Sammlungen regelten, ist davon heute wesentlich die bezahlte Eintrittskarte als Legitimationsausweis für die Benutzung öffentlicher Sammlungen geblieben.

Während unter dem Druck der 'Privatisierung' von Museen, die Erhöhung der Gebühren wie ein natürlicher und konsequenter "Marktregulierungsmechanismus" erscheint, zeigt der Blick nach England, speziell auf die Londoner Museen, daß es auch ganz andere Haltungen und Praktiken gibt.

Der hinhaltende und offene Widerstand gegen eine staatlich verordnete Einschränkung oder gar Aufhebung des alten Rechtes auf freien Zutritt, führte schließlich zur staatlich gestützten Beibehaltung des freien Eintritts.

Gottfried Fliedl