erinnern
Erinnern - so legen Forschungsergebnisse nahe - ist eine stets in der Gegenwart ablaufende kognitive Operation. Sie holt nicht etwa Erinnerungen wie Funde aus dem Schatzhaus oder der Brunnenkammer des Gedächtnisses herauf, sondern arbeitet als ein besonderer Typ von Wahrnehmen: nämlich als ein Wiedererkennen ohne Anschauungsobjekt (so G. Rusch). Indem im Erinnern eine historisch entstandene neuronale Konnektivität aus aktuell gegebenem Anlaß aktiviert wird, produzieren wir erinnernd Vergangenheiten. Diese Sinnproduktion hat wenig zu tun mit Informationsabruf aus Datenspeichern, aber sie hat sehr viel gemein mit gestaltendem, Kohärzenz stiftenden Erzählen.
S. J. Schmidt
E
Echtheit
Erbe, kulturelles
Erhaltung
erinnern
Erinnerungssymbole
Ersatz
Ersatzbefriedigung
Exponat


