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forMuse

Für die Ewigkeit gedacht. Dilemma und Potential der ständigen Ausstellungen

Das forMuse-Projekt Für die Ewigkeit gedacht. Dilemma und Potential der ständigen Ausstellungen fand vom Juli 2009 bis zum Juli 2011 (mit einer kostenneutralen Projektverlängerung bis zum Dezember 2011) als Projekt der Museumsakademie Joanneum Graz und unter Leitung von Bettina Habsburg-Lothringen statt.

Intention des Projektes war, einem der zentralen Themen der Museumspraxis endlich museologische Beachtung zu schenken: Es gibt im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus kaum ein Museum, dass ohne Dauerausstellung, Sammlungspräsentation, Schausammlung oder permanente Ausstellung auskommt, dennoch wurde dieser musealen Form in Literatur und Fachdebatten bislang keine Aufmerksamkeit zuteil.

Die Museumsakademie versteht sich als eine Vermittlerin und ist Umschlagplatz für alle Formen museologischen Wissens: In Workshops, Tagungen und Exkursionen, in Vorträgen und Publikationen, mit einem In-Residence-Programm und einer museologischen Bibliothek ist sie bemüht, museums- und ausstellungsspezifische Themen aller Art nah an den Bedürfnissen und Arbeitswirklichkeiten der Museumspraktiker/innen aufzubereiten, zukunftsträchtige Projekte vorzustellen, in alle Richtungen offenes und einladendes Forum zu sein, mit praktischen Übungen und Experimenten zu inspirieren, immer mit dem Ziel, zur positiven Entwicklung des Museums beizutragen. Diese Zielsetzung legt ein Denken über Fachgrenzen hinweg ebenso nahe, wie ein Agieren in einem internationalen Netzwerk von Museen, Universitäten und Forschungseinrichtungen, die auch jene Verknüpfung von theoretischem Reflexionswissen und Erfahrungswissen aus der Museumspraxis ermöglichen, die in der Akademie als so wesentlich gesehen wird.

Entsprechend dieser Arbeitsweise wurde das forMuse-Projekt in rund 20 Teilprojekten zu diversen Aspekten des Themas Dauerausstellung umgesetzt: Gemeinsam mit Museumsfachleuten, Wissenschafterinnen/Wissenschaftern, Gestalterinnen/Gestaltern, Künstlerinnen/Künstlern und Studierenden wurden ein Fragenkatalog zum Thema entwickelt, die Geschichte der Dauerausstellung in diversen Sparten recherchiert und Ausstellungen analysiert, Blicke hinter die Kulissen tagtäglicher Ausstellungsarbeit genommen, praktische Laborversuche durchgeführt und das gewonnene Wissen in einer Reihe von Veranstaltungen umgehend in die Museumsszene zurückgeführt.

Das forMuse-Projekt hat so das Thema der Dauerausstellung zu einem Gegenstand museologischer Befassung im deutschsprachigen Raum gemacht. Und es hat bei einer Vielzahl von Mitwirkenden, Interview- und Gesprächs-Partnerinnen/Partnern, Veranstaltung-Teilnehmenden, Zuhörerinnen/Zuhörern und Leserinnen/Lesern ein Bewusstsein dafür geschaffen, dass Dauerausstellungen als Speicher des Gedächtnisses und als Sacharchiv, als Ort der Bildung und Schauplatz der Wissenschaftsgeschichte ein wesentliches Moment musealer Identität ausmachen und eine zentrale Vermittlungsform sind. Es hat verdeutlicht, dass in jeder Dauerausstellung die Geschichte der Institution Museum, die Konventionen der diversen Wissenschaftsdisziplinen, die Moden, der Geschmack und das Museumsverständnis einer Zeit und schließlich die Wertehaltungen und Vorlieben verantwortlicher Personen stecken. Es hat sichtbar werden lassen, dass ein Blick über die Grenzen der eigenen Sparte und Museumstradition, auf Konzepte temporärer Präsentationen und andere Kultur- und Medienangebote lohnt und, dass es das eine, einzig wahre Dauerausstellungskonzept nicht gibt.

Die Ergebnisse des Gesamt-Projekts werden im transcript-Verlag publiziert. 

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