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Geochemie und Vererzung im Kraubath-Massiv, südöstlich von Kraubath an der Mur, Steiermark, Österreich

von Peter Kollegger, Aberra Mogessie und Heinz Mali

Zusammenfassung: Im ersten Schritt der Untersuchungen am Kraubath-Massiv wurden die Vorkommen von Chrom, Nickel, Eisen und Mangan durch statistische Bearbeitung von Gesamtgesteinsanalysen evaluiert. Hierbei konnten ältere Arbeiten zur lokalen und regionalen Verbreitung der besprochenen Elemente relativiert werden. Zudem konnten durch die Ermittlung von etwaigen Korrelationen der analysierten Elemente und Oxide Zusammenhänge zwischen dem Auftreten der zu betrachtenden Metalle hergestellt werden. Durch den Vergleich der Obertage-
Gesamtgesteinsanalysen mit Untertageproben einer Kernbohrung im Zentralteil des Massivs wurden die Einflüsse der Verwitterung und Alteration und weiterhin Konzentrationsschwankungen von Chrom, Nickel, Eisen und Mangan auf lokalem Maßstab ermittelt.
Im zweiten Schritt wurde die Widerspiegelung der im Gestein anzutreffenden Metall-Elementkonzentrationen, mit besonderem Augenmerk auf das Auftreten von Chrom, in den Sedimenten von Fließgewässern mit Einzugsgebieten im Areal des Kraubath-Massivs untersucht. Nach der Diskriminierung der Einzugsgebiete, welche teilweise über das Kraubath-Massiv hinausreichen, konnten richtungsweisende Anomalien der Elementkonzentrationen für mögliche, weitere Prospektionen, insbesondere auf Chrom, herausgefunden werden.
Durch umfangreiche Literaturrecherchen wurde versucht, alle massiven Chromitvererzungen, auf die in den letzten 150 Jahren Abbautätigkeit umgegangen ist, wieder aufzufinden um die entsprechenden Erze weiterführenden Untersuchungen zuzuführen. Im ersten Schritt dieser Untersuchungen wurden Chrom-Spinelle und Silikate sowie deren feste Einschlüsse von Metallverbindungen und Platingruppenmineralen durch- und auflichtmikroskopisch untersucht. Im zweiten Schritt, der elektronenmikroskopischen Untersuchung, konnten bei den Chrom-Spinellen, wie bereits mannigfaltig in der Literatur beschrieben, Zonierungen festgestellt werden. Im Zuge der Untersuchung der festen Einschlüsse wurde ein bisher im Kraubath-Massiv noch nicht beschriebenes Mineral angetroffen. Zur Abrundung dieser Arbeit wurde das Auftreten und Erscheinungsbild von Platingruppenmineralen untersucht.

Summary: During the first stage investigation of the Kraubath massif, the occurrence of chromium, nickel and manganese were evaluated using statistical methods. Based on this the conclusion made by earlier researchers on the local and regional distribution of the elements has been reconsidered. In addition, based on correlation of the analysed elements and oxides, it was possible to find out the relationship between the expected elements and the elements that are actually concentrated in the area of investigation. A comparison of bulk chemical analyses of surface and core samples from the center of the massif show the influence of weathering and alteration which led to local fluctuating concentrations in chromium, nickel, iron and manganese.
The second stage of the investigation dealt with the analyses of chromium in the stream sediments along the central Kraubath massif in order to correlate its concentration in chromite bearing rocks in the study area. Based on this data,
areas of chromium anomaly have been documented in the Kraubath massif and its surrounding areas, which could be used for further prospection.
An intensive literature search has been conducted in order to document the reports that have been written on the chromite mining activities of the area for the last 150 years, with the aim of using this database for further research. Investigation of the chrome-spinel and the rock-forming silicates plus the sulphide, metal and platinum-group-mineral inclusions has been made using transmitted and reflected light microscopy. Textural and chemical analyses of the chrome spinel was undertaken and the optical and chemical zoning of the chrome spinel was documented. In addition, a solid inclusion which has not been reported from rocks of the Kraubath massif has been detected. To make this research as complete as possible the occurrence and chemistry of the platinum-group-minerals has been conducted.

Joannea Min. 4: 53-97 (2008)