Wartung und Restaurierung der Harnische und Waffen der Schweizer Garde
Anlässlich des Österreichbesuchs von Papst Benedikt XVI. haben sich Land Steiermark und Universalmuseum Joanneum zusammengetan und eine besondere Geschenksidee ausgedacht: ab 8. September 2007 übernimmt das Landeszeughaus Graz die Wartung und Restaurierung der Harnische und Waffen der Schweizer Garde von Papst Benedikt XVI. Einmal jährlich werden zwei unserer Mitarbeiter für ein bis zwei Wochen nach Rom gesandt, um vor Ort Wartungs- und Restaurierungsarbeiten zu übernehmen und um ferner auch zu beurteilen, welche Objekte wo und auf welche Weise restauriert und gewartet werden. Bei schwierigen Reparaturfällen werden die Harnische und Waffen der einzigen katholischen Armee der Welt nach Graz transportiert und hier bearbeitet. Darüber hinaus werden unsere Restauratoren das Personal der Schweizer Garde darauf einschulen, einfache Wartungs- und Restaurierungsarbeiten in Zukunft selbst durchzuführen.
Ein neuer Harnisch für den neuen Kommandanten der Schweizer Garde!
Im Zuge der Restaurierungsarbeiten der Harnische der Schweizer Garde wurde die Idee geboren, für den neuen Kommandanten Oberst Daniel Anrig einen neuen Harnisch mit dem Wappen Benedikts XVI. und dem Familienwappen des Kommandanten anfertigen zu lassen. Die Familie Schmidberger, ein Traditionsbetrieb aus Oberösterreich, konnte dafür gewonnen werden.
Johann Schmidbergers historische Schmiedekunstwerke entstehen auf historischem Boden. Die Schmidten bei der Lacken in Molln besteht seit dem 14. Jahrhundert, seit 200 Jahren wird sie von den Vorfahren des heutigen Meisters betrieben. Gemeinsam mit seinen Söhnen und seiner Tochter wurden ein Harnisch sowie ein Morion gefertigt, welche die Wappen des Kommandanten als auch des Heiligen Vaters zieren. Der Samt wurde von einer Schneiderin in Graz gefertigt und von den Restauratoren des Landeszeughauses in den Harnisch genietet.
Mehr über seine Kunstwerke finden Sie unter http://www.schmiede-schmidberger.at/schmidberger/index.htm
Vereidigung am 6.Mai 2009
Anlässlich der Vereidigung am 6.Mai trug Kommandant Oberst Daniel Anrig erstmals öffentlich seinen neuen Harnisch und den dazupassenden Helm. Diese wurden am 6. Mai durch den Gardekaplan in der Kapelle der Heiligen Martin und Sebastian gesegnet.
Jährlich findet am 6. Mai, dem Tag des ‚Sacco di Roma' (der Plünderung Roms) die Vereidigung der neuen Rekruten statt. Dabei leisten die Rekruten einen feierlichen Eid. Bei der Feier im Cortile di San Damso nehmen rund 3500 Personen teil: Politische und militärische Vertreter der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Verwandte, Freunde und Sympathisanten. Die Garde, vom Kommandanten bis zum Hellebardier, tritt in Galauniform an und zieht die Blicke aller auf sich: Das Musikkorps mit seinen ausgezeichneten Trommlern bekommt einen langen Applaus. Der Kaplan der Garde liest den ungekürzten Text des Eides vor:
„Ich schwöre, treu, redlich und ehrenhaft zu dienen dem regierenden Papst Benedikt XVI und seinen rechtmäßigen Nachfolgern, und mich mit ganzer Kraft für sie einzusetzen, bereit, wenn es erheischt sein sollte, selbst mein Leben für sie hinzugeben. Ich übernehme dieselbe Verpflichtung gegenüber dem Heiligen Kollegium der Kardinale während der Sedis-Vakanz des Apostolischen Stuhles. Ich verspreche überdies dem Herrn Kommandanten und meinen übrigen Vorgesetzten Achtung, Treue und Gehorsam. Ich schwöre, alles das zu beachten, was die Ehre meines Standes von mir verlangt."
Jeder Rekrut tritt einzeln vor und leistet dabei den Eid: die linke Hand an die Gardefahne gelegt und die rechte mit drei gespreizten Fingern, die Dreifaltigkeit symbolisierend.
Mehr Informationen und Bilder finden Sie unter http://www.schweizergarde.org












