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Into the Night – Jean Cocteau

Filmnacht im Rahmen der Ausstellung „Tatiana Trouvé. Il Grande Ritratto“

  • 13.04.2010, 18:00 Uhr

Eintritt frei, Einlass zu jeder Zeit möglich

 

Wenn ich einen Film mache, ist das ein Schlaf, in dem ich träume. Es zählt nichts außer den Menschen und Orten des Traumes.

Ich habe das Niemandsland des Zwielichts, in dem Geheimnisse gedeihen, schon immer gemocht.

Je näher man einem Geheimnis kommt, desto wichtiger ist es, realistisch zu bleiben.

(Jean Cocteau)

Mit diesem letzten Kapitel des Filmmarathons Into the Night lädt Sie das Kunsthaus Graz zu einer ganz besonderen Séance der cineastischen Hypnose ein – der Orpheus-Trilogie des legendären Filmemachers/Künstlers/Schriftstellers Jean Cocteau – einer einzigartigen Erkundung innerer Welten, einer Anatomie des Mysteriums.

Jean Cocteau, Das Blut eines Poeten

Das Blut eines Dichters (1930) ist ein Gedicht in Bildern, dessen verstörende Abfolge voyeuristischer Tableaus Cocteau selbst als „als Hinabsteigen ins Ich, eine Art der Verwendung des Mechanismus des Traumes ohne Schlaf, eine gewundene Kerze, die oftmals auf geheimnisvolle Art und Weise erlischt, wenn Sie durch die Nacht des menschlichen Körpers getragen wird“ beschreibt. Es stellt eines der größten Experimente des Kinos dar, in dem das Medium an seine Grenzen geführt wird, im Bemühen, die Besessenheit des Poeten vom Ringen zwischen den Mächten des Lebens und des Todes einzufangen. (55 min, Franz. mit eng. UT)

Jean Cocteau, Orphée

Das Kernstück von Cocteaus Orpheus-Trilogie, Orphée (1950) mit Jean Marais, Maria Casares und Juliette Greco ist eine Variation auf aufeinanderfolgende Tode, Unsterblichkeit und Spiegel: Auf der Suche nach Inspiration folgt der Dichter der Prinzessin durch das für Cocteau typische „Spiegelportal“ aus der Welt der Lebenden in das Reich der Toten. (95 Min, Franz. mit dt. UT)

Jean Cocteau, Das Testament des Orpheus

In seinem letzten Film, Das Testament des Orpheus (1959) mit seiner höchst eklektischen Besetzungsliste mit u.a. Pablo Picasso, Jean Marais, Jean-Pierre Léaud, Charles Aznavour und Francoise Sagan, liefert Cocteau das Porträt eines Dichters des 18.Jahrhunderts, der sich auf der Suche nach göttlicher Weisheit auf eine Zeitreise begibt. „Es ist die einzigartige Macht des Kinos, die es vielen, vielen Menschen ermöglicht, gemeinsam ein und denselben Traum zu träumen und uns eine Illusion zu präsentieren, so als wäre sie strikt die Wirklichkeit. Es ist, kurzum, ein wunderbares Vehikel der Poesie.“ So grübelt Jean Cocteau im Alter von 70 Jahren in einem poetischen Essay über das Leben und die Bestimmung des schöpferischen Künstlers. Cocteau tritt selbst als zeitreisender Dichter auf, der hilflos durch die Zeitalter hüpft, bis ihn ein Experimentalwissenschaftler in einer Art Nimmer-Nimmerland erdet, in dem er sich vor den Richtern des Orpheus verteidigt, stirbt und zur Abbüßung seiner Strafe wieder aufersteht: „verurteilt zum Leben.“ (77 Min, Franz. mit eng. UT)


  • Terminart: Film/Neue Medien |
  • Terminbereich: Kultur |
  • Kategorien: Veranstaltung