Kunsthaus Jour Fixe 26
Speed sells
- 20.04.2010, 19:00 Uhr
Kunsthaus Jour Fixe im Rahmen des aktuellen Ausstellungsprogramms
Information: +43–316/8017–9200
Eintritt frei!
Geschwindigkeit prägt nahezu alle Lebensbereiche der heutigen Gesellschaft. Begriffe wie „Fast-Food“, „Speed-Dating“ und „Coffee-to-go“ sind alltägliche Begriffe geworden und verweisen Ruhe und Gemütlichkeit in eine Sphäre anachronistischen Müßiggangs. Ob im Sport, in der Kommunikation oder am Arbeitsmarkt: Geht nicht gibt’s nicht. Rekorde zu brechen, Grenzen zu überwinden und die sprichwörtliche Nase vorn zu haben ist erklärtes Ziel im globalen Wettbewerb. Führt die Beschleunigung unseres Alltags aber auch zu einer Verbesserung der Lebensqualität?
Darüber diskutieren
Barbara van Melle, Journalistin, Moderatorin und Leiterin des Slow Food Conviviums Wien
Johanna Rolshoven, Kulturwissenschaftlerin, Leiterin des Instituts für Volkskunde und Kulturanthropologie an der KF-Uni Graz
Christian Stangl, Alpinist und Skyrunner
Moderation:
Andrea Schurian, Der Standard
Barbara van Melle ist Journalistin und Moderatorin. Seit 2006 leitet sie das Slow Food Convivium Wien und setzt sich im Rahmen dieser Tätigkeit dafür ein, die Ziele der internationalen Bewegung, die das Geruhsame, Sinnliche gegen die universelle Bedrohung des "Fast Life" verteidigen will, bekannt zu machen. Denn in der Entwicklung des Geschmacks, nicht in seiner Verarmung, liegt die wahre Kultur. Sie ist Mitbegründerin der österreichischen Arche des Geschmacks, in der Nutzpflanzen, Nutztiere und Lebensmittelhandwerk erhalten werden, die vom Aussterben bedroht sind. Weiters organisiert sie Slow Food Bereiche mit "guten, sauberen und fairen" Lebensmitteln auf den Wiener Märkten oder das Projekt "Slow Food Wien Cooks", ein professionelles Catering, bei dem unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und Migrantinnen Gerichte ihrer Heimatländer kochen - ein kulinarischer Brückenschlag der Kulturen.
Johanna Rolshoven, Leiterin des Instituts für Volkskunde und Kulturanthropologie an der Karl-Franzens-Universität Graz, ist Expertin in der kulturwissenschaftlichen Mobilitätsforschung. Dies belegen zahlreiche Publikationen und Projekte, in denen sie sich mit Bewegung, Mobilität und Geschwindigkeit auseinandersetzt. Ein solches Projekt ist aktuell am Institut für Volkskunde und Kutlturanthropologie zu sehen. Gemeinsam mit Studierenden der Uni Graz hat Johanna Rolshoven dort die Ausstellung „Graz in Bewegung. Festgehaltene Alltagsmobilitäten“ erarbeitet, eine Schau, die sich mit vielfältigen Bewegungen und Beweglichkeiten beschäftigt und noch bis 20.Juni 2010 zu sehen ist.
Christian Stangl hat den Mount Everest zur Tagestour reduziert, die Seven Summits in knapp 59 Stunden absolviert und die höchsten Gipfel der Anden in Serie bestiegen.
Seine Rekorde sieht er weniger als eine Frage der Zeit, sondern vielmehr des Stils: keine Fremdhilfe, keine Lagertaktik, kein Sauerstoff. Der Skyrunner aus dem Gesäuse hat den Begriff des Alpinismus neu definiert und damit getreu seinem Motto: "Seien wir realistisch, fordern wir das Unmögliche!" neue Wege bestritten.
Freier Eintritt in die Ausstellungen Catch Me! Geschwindigkeit fassen und Tatiana Trouvé. Il Grande Ritratto am 20.04. von 18-19 Uhr .
- Terminart: Lernen & Wissen Wissen |
- Terminbereich: Kultur |
- Kategorien: Veranstaltung






