Kleine Zeitung-Arena
Der Fall Ai Weiwei. Menschenrechte, Wirtschaft und die Freiheit der Kunst in China
- 04.10.2011, 19:00 Uhr
Eintritt frei!
Wie politisch darf und muss Kunst sein? Zum Start der Diskussionsreihe Kunst und Widerstand widmet sich das Kunsthaus Graz dem Fall Ai Weiwei, der heikle Fragen zum Verhältnis von Kunst, Wirtschaft und Menschenrechten in China aufwirft.
Ais internationaler Erfolg in der Kunstwelt liegt darin begründet, dass er alte chinesische Kunst dekonstruiert und sie mit modernen westlichen Formen zu neuen, universal relevanten Inhalten verbindet. Die Arbeiten spiegeln sein politisches Engagement in der aufstrebenden Wirtschaftsmacht China wider. Aufgrund öffentlicher Kritik an der Staatsmacht hatte Ai stets mit Repressalien zu kämpfen und wurde am 3. April schließlich inhaftiert. Es folgte ein weltweiter Aufschrei, auch von hohen Vertretern der Weltpolitik. Am 22. Juni wurde Ai Weiwei gegen Kaution und unter strengen Auflagen – es ist ihm untersagt, mit Journalisten zu sprechen und Peking zu verlassen – aus der Haft entlassen.
Mit Helmut Opletal, China-Experte und langjähriger ORF-Journalist, Uli Sigg, weltweit einflussreichster Sammler chinesischer Kunst und Joanneums-Intendant und Ai Weiwei-Kenner Peter Pakesch.
Moderation: Michael Tschida (Kleine Zeitung)
Helmut Opletal | Ulli Sigg | Peter Pakesch |
Helmut Opletal, Jg. 1952, studierte Publizistik, Politikwissenschaft und Chinesisch in Wien und Peking. Bis Ende 2009 arbeite er als außenpolitischer Redakteur beim ORF, 1980 bis 1985 war er auch Hörfunk- und Zeitungsberichterstatter in Peking, ab 1990 drei Jahre lang Afrika-Korrespondent, dann wieder als Fernseh- und Hörfunkredakteur in Wien. Neben einer Gastprofessur an der Universität Wien und zahlreichen Lehraufträgen hat Opletal Buch- und Zeitschriftenbeiträge zu Politik und Gesellschaft Asiens verfasst, u.a. über chinesische Avantgarde-Kunst und die Demokratiebewegung der 1980er Jahre. Für das Museum für Völkerkunde in Wien kuratierte er zuletzt die Ausstellung Die Kultur der Kulturrevolution.
Uli Sigg, geb. 1946 in der Schweiz, promovierte an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich und war als Journalist und Redakteur für verschiedene Schweizer Zeitungen und Zeitschriften tätig. Von 1977–1990 bekleidete er mehrere Positionen in der Schindler-Gruppe, darunter auch jene des China-Verantwortlichen und des Area Manager Asia Pacific. 1980 gründete Sigg das erste Joint-Venture-Projekt einer westlichen Firma mit China und war darauffolgend 10 Jahre lang Vizepräsident der China-Schindler Elevator Co. in Peking. Ab 1990 fungierte Sigg als selbstständiger Unternehmer mit Verwaltungsrats-Mandaten bei Ringier, Schindler, der BB Industrie Holding AG und weiteren international tätigen Unternehmen, ehe er 1995 von der Schweizer Eidgenossenschaft zum Schweizer Botschafter in China, Nordkorea und der Mongolei berufen wurde. 1998 kehrte er in die Schweiz zurück. Dr. Sigg ist Verwaltungsratsmitglied in mehreren international tätigen Unternehmen (Ringier AG, Vitra AG, CIBA, Infront Holding AG), Mitglied des Beirats der China Development Bank und Berater von Herzog & de Meuron (Designer des Olympiastadions Beijing). Er baute die weltweit größte Sammlung zeitgenössischer chinesischer Kunst auf und ist Mitglied des International Council of The Museum of Modern Art (MOMA), New York, und des International Advisory Council of Tate Gallery, London.
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- Terminart: Kunst/Ausstellungen Ausstellung |
- Terminbereich: Bildung, Kultur |
- Kategorien: Diskussion












