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Verbindungen durch das Universalmuseum Joanneum

Mit dem 200jährigen Jubiläum des Universalmuseums Joanneum beschäftigt sich der Museums- und Sammlungsverband in seinem Programm 2011 intensiv mit der Frage des Museums als Speicher und Generator von Wissen. Das Museum als Ort der Erkenntnisgewinnung und der Wirklichkeitskonstruktion stellt sich dabei den wichtigen Fragen nach der Definition von Wissensinhalten genau so, wie einer kritischen Untersuchung verschiedener Formen von Wissensrepräsentation und dieser Aufgabe an sich. Ausstellungen in der Alten Galerie, dem Archäologiemuseum, im Museum im Palais und im Kunsthaus Graz beschäftigen sich mit unterschiedlichen Momenten der Erkenntnisgewinnung, zeigen herausragende Persönlichkeiten oder Zeiten auf, die Neuordnungen einer Weltsicht thematisieren und bezeugen, wie das Museum diesen Ordnungen gehorcht und zugleich zu seinem kritischen Behältnis wird.

Sharon Lockhart

Der 200. Geburtstag bringt das Universalmuseum also dazu, über sich selbst nachzudenken – dies geschieht unterschiedlich, in direkter oder indirekter Verbindung zwischen den Sammlungen und Themen:

Link: Das Museum als Struktur
Helen Mirra
Simon Starling
 
Michelangelo Pistoletto (im Kunsthaus Graz, Schloss Eggenberg, Archäologiemuseum)

Im Kontext der Ausstellung:
Vermessung der Welt. Heterotopien und Wissensräume in der Kunst im Kunsthaus Graz

Link: Das Museum und seine Sammlung
Sharon Lockhart
Clegg & Guttmann
Werke aus den Sammlungen der Alten Galerie, der Neuen Galerie und aus der Kulturhistorischen Sammlung

Im Kontext der Ausstellungen:
Vermessung der Welt. Heterotopien und Wissensräume in der Kunst im Kunsthaus Graz
Zeitenanfang. Die altsteinzeitlichen Funde aus der Repolusthöhle im Archäologiemuseum

Link: Bilder als Wissensraum – damals und heute
Thematisch ist ein Fokus der Ausstellung Zeitenwende – Rund um Dürer. Meisterwerke der Druckgrafik um 1500 in der Beleuchtung der Wissensgeschichte und -vermittlung der Zeit zu sehen. Das 16. Jahrhundert, das als Zeitraum der Hochblüte der Wissensvermittlung in die Geschichte einging, ist geprägt durch die Erfindung und Verbreitung der Druckgrafik, wie das 20. Jahrhundert von der Omnipräsenz der Fotografie. Das vermessende Auge, die Suche nach der Ordnung werden im 16. Jahrhundert und exemplarisch in den Perspektivenstudien bei Dürer sichtbar.

In diesem Sinne ist auch das Selbstportrait von Thomas Struth in der Ausstellung Vermessung der Welt im Kunsthaus Graz ein Link zwischen den Zeiten und ihrem Umgang mit dem Umstand der vermessenden Analyse. In der Fotografie des weltberühmten Bildnisses von Albrecht Dürer richtet Struth den kühlen Blick des Selbst als Kunstbetrachter auf das Bildnis der Künstlerikone und setzt sich selbst dabei einer vermeintlich objektiven Vermessungskonstruktion aus: dem abstrahierenden Blick des Fotoapparats. Die Konstruktion des Blickes, wie die des Bildes, ist es, was die beiden Künstler in ihrer Arbeit verbindet und zusammenführt und den Blick auf den dargestellten Wissensraum in der Kunst legt.

  Sharon Lockhart