Statements
Peter Cook
„Stadtobjekte“
„Nur sehr schwache Städte können kein Bauwerk mit einer starken Persönlichkeit vertragen. Ein Gebäude aber wird genauso wie eine Person umso interessanter, je tiefer wir darin eintauchen und je besser wir es kennen lernen. In diesem Sinn ist das Kunsthaus ein rundliches, lächelndes Gesicht, das uns freundlich zuzwinkert. Ein geradliniger offener Eingangsbereich, dann ein verführerisches Element (der Travelator), das den Besucher einlädt, in das Unbekannte vorzustoßen.
Das Mysterium verstärkt sich im dunklen, magischen Raum. Kurzes Unbehagen kommt auf, wenn dasselbe Gebäude plötzlich ein neues Gesicht zeigt. Aber gleich darauf, in der Needle, findet man heraus, dass alles nur gutmütiger Scherz war."Peter Cook über „Stadtobjekte".Peter Cook über „Stadtobjekte".
„Form oder Inhalt“
„In akademisch-architektonischen Kreisen ist es Mode, sowohl exotischen Formen und Gestaltungen skeptisch gegenüber zu stehen als auch in die Magie der durch die Form geschaffenen Oberflächen einzutauchen. Dabei gibt es jede Menge Fallstricke: Wenn man ein Gebäude wie das Kunsthaus beschreibt und darstellt, dann beschreibt man (natürlich) die Gestalt und das Profil. Aber, mein Gott, es ist definitiv eine Sache.
Es ragt über unseren Köpfen in den Himmel und es hat eine kurvige Gestalt. Manchmal muss ich diverse nützliche Leute daran erinnern, dass eine Notwendigkeit für Lichtabstufungen besteht und dass subtiles Positionieren wichtig ist. Wenn ich von Prozessraum, zufälligem, polarisiertem Raum, Raum als Lockmittel oder über das Platzieren diverser Einrichtungen spreche, werden die Augen der meisten Zuhörer glasig. Wenn Colin und ich über die bewusste Zweideutigkeit einer geschwungenen Kante, das definitive Objekt, eine verschwommene Distanz oder einen indirekten Ausblick diskutieren, halten uns die Leute wahrscheinlich für schwierig, schwer von Begriff oder ganz einfach für Quatschköpfe.
Tatsache ist, dass das Gebäude, wie viele des späten 20. oder frühen 21. Jahrhunderts, den technischen und kulturellen Vorteil besitzt, auf Bedürfnisse gewisser Inhalte, die sich längerfristig durchsetzen werden, ebenso reagieren zu können, wie auf andere, die unberechenbar, subtil, zweideutig oder von kurzer Dauer sind.“
„Hat es Ihnen gefallen?“
„Ich hoffe, dass die Menschen das Kunsthaus mögen. So, dass es bei einer großartigen Ausstellung nicht mehr als eine unterstützende Wirkung hat. Und dass es, wenn es eine weniger zugängliche Ausstellung zeigt, immer noch als bemerkenswerte Umgebung in Erinnerung bleibt. Ich glaube auch, dass es dem Besucher eine vollkommen andere Sichtweise der Stadt selbst bietet.
Der Schloßberg wird mit dem Ausblick durch die freche Öffnung neu bewertet, ebenso der Blick auf die Stadt aus der Höhe der Needle. Straße und Fluss verschwinden in der Tiefe, während man sich auf die Reise ins Unbekannte begibt. Gefallen Ihnen die Lichtschächte? Der von Kurven durchbrochene Himmel? Der Zug der Kanten? Die versteckten Apsiden? Hat Fischer von Erlach danach gefragt, als er uns einlud zu genießen?“





