Der Böse-Mauer-Schacht - Speläologisch-hydrogeologische Forschungen zur unterirdischen Entwässerung des westlichen Hochschwabgebietes
von Ralf Benischke & Elmar Strobl
Zusammenfassung: Im Rahmen karsthydrogeologischer Untersuchungen erfolgten in den Jahren 2003 bis 2005 Befahrungen von Höhlen im Bereich der Bösen Mauer (westlicher Hochschwab, Hinterseeaugraben, nördlich Eisenerz). Ziel der speläologischen Arbeiten war neben dem Nachweis einer möglichen Verbindung zwischen dem frei fließenden Höhlengerinne im schon länger bekannten Böse-Mauer-Schacht (Österr. Höhlenverz. 1742/12) und den Karstquellen im Hinterseeaugraben die Klärung der Zusammenhänge zwischen tektonischen Strukturen und den unterirdischen Entwässerungsrichtungen. Die Ergebnisse sollen in ein konzeptuelles Entwässerungsmodell des Hochschwabmassivs einfließen. Insgesamt wurden im Zuge von vier Befahrungen Höhlenstrecken mit einer Gesamtlänge von ca. 577 m vermessen. Dabei wurde eine maximale Niveaudifferenz von ca. 131 m überwunden. Das in der Literatur beschriebene freie Höhlengerinne konnte bei den bisherigen Befahrungen nicht erreicht werden, da beim tiefstgelegenen Vermessungspunkt an der Basis eines etwa 30 m tiefen Schachtes die weitere Fortsetzung in die Tiefe durch Schutt verlegt ist. Weitere Forschungen und Befahrungen sind geplant, um in die tieferen, wasseraktiven Teile zu gelangen.
Schlüsselworte: Speläologie; Karsthydrogeologie; Strukturgeologie; Hochschwab.
Joannea Geol. Paläont. 8: 5-23 (2006)


