Der Pulverturm von Arzberg und das Sprengen mit Schwarzpulver
von Alfred Weiss
Zusammenfassung: Im Bergbau erlangte die Sprengtechnik nach ihrer ersten Anwendung in Schemnitz im Jahr 1627 eine überragende Bedeutung. Bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde ausschließlich Schwarzpulver verwendet. Dieses wurde in den staatlichen Pulverstampfen erzeugt und in Fässern oder Lederbeuteln zu den Verbrauchern geliefert. Das Pulver gelangte meist in Patronen aus wasserabweisendem Papier oder Leder zur Anwendung. Als Zünder dienten mit Pulver gefüllte Stroh- oder Schilfröhrchen, die in einen im Besatz frei gehaltenen Zündkanal eingeführt wurden. Die Verzögerung der Zündung bewirkten verschieden lange Schwefelfäden. Das Schwarzpulver wurde bis zum Verbrauch in eigenen Gebäuden, den Pulvertürmen, gelagert. Es sind verschiedene Bauarten, mit und ohne Manipulationsraum, erhalten geblieben. Der um die Mitte des 18. Jahrhunderts entstandene Pulverturm von Arzberg ist ein Denkmal der Technikgeschichte von überregionaler Bedeutung. Er wurde im Jahr 2004 vorbildlich restauriert.
Schlüsselworte: Arzberg; Blei-Zinkbergbau; Pulverturm; Schwarzpulver.
Joannea Geol. Paläont. 7: 127-145 (2005)


