Paläoökologische Interpretation von Diasporen- und Palynomorphen-Vergesellschaftungen aus obermiozänen Seesedimenten (Mataschen bei Fehring, Oststeiermark, Österreich)
von Barbara Meller & Christa-Charlotte Hofmann
Zusammenfassung: Eine kombinierte palynologisch-sedimentologisch und karpologische Analyse konnte erstmals an obermiozänen Sedimenten (Pannonium „B“) aus dem Südosten des Steirischen Neogenbeckens durchgeführt werden. Das in der Tongrube Mataschen, südwestlich von Fehring, aufgeschlossene Sedimentprofil zeigt eine deutliche Zweiteilung. Feinkörnige Sedimente mit Taxodiaceen-Stubben charakterisieren Seesedimente, die einen Sumpfwald überfluteten. Die zum Hangenden immer häufigeren Einschaltungen grobklastischer turbiditischer Lagen, teilweise mit dünnen Bändern von Pflanzendetritus, kennzeichnen den zunehmenden Einfluss eines Flussdeltas im See. Die Pollen- und Diasporenspektren enthalten Elemente aus verschiedenen Habitaten in zum Teil unterschiedlichem Maße. Neben den aquatischen Elementen und jenen von den Flussufern in den See hinein transportierten Elementen, kommen auch Pollen und Diasporen von Pflanzen des Hinterlandes vor. Die im unteren Profilabschnitt nachgewiesenen Dinoflagellaten, nicht aber die Pollen und Diasporen, zeigen einen brackischen Einfluss in diesem Bereich an.
Schlüsselwörter: Sedimentologie; Taphonomie; Ökologie; Habitat-Rekonstruktion; Steirisches Neogenbecken; Feldbach-Formation.
Joannea Geol. Paläont. 5: 177-217 (2004)


