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Ein Beitrag zum Bau der Mittelsteirischen Schwelle aufgrund geophysikalischer Messungen - Raum Pirka-Tobelbad

von Franz Weber, Christian Schmid & Rupert Schmöller

Zusammenfassung: Im Auftrag der Steiermärkischen Landesregierung wurde im Jahre 1978 im Raum Pirka-Tobelbad ein refraktionsseismisches Messprogramm, ergänzt durch geoelektrische Messungen, durchgeführt. In der Refraktionsseismik treten bis zu sechs Refraktoren auf, wobei der tiefste Horizont – gekennzeichnet durch die höchsten Geschwindigkeiten – dem Paläozoikum entspricht. Es wird angenommen, dass die Grenze Baden/Karpat refraktionsseismisch erfasst wurde. Das Karpat ist häufig durch Geschwindigkeiten von 2.770–2.950 m/s charakterisiert. Schwierigkeiten in der Auswertung ergeben sich dort, wo der Fall der „überschossenen Schicht“ auftritt. Der tiefste Refraktor weist jeweils die höchsten Geschwindigkeiten (bis 6.320 m/s) auf.
Die Tertiärbasis zeigt ein bedeutendes Detailrelief, an dessen Ausformung Brüche – meist unter N-S-Streichen – beteiligt sind. Der Paläozikumsrücken von Tobelbad bildet auch unter der Tertiärbedeckung ein wichtiges Strukturelement. Zwischen dem Aufbruch von Tobelbad und dem westlich anschließenden Abschnitt des Weststeirischen Beckens wird ein größerer normalabschiebender Bruch mit N-S-Streichen wahrscheinlich gemacht. Es waren Hinweise dafür gegeben, dass die Kohlebohrung Pirka 1 den Beckenuntergrund nicht erreicht hat, der laut Refraktionsseismik ca. 240 m tiefer liegen würde. Daraus ergibt sich, dass das Karpat aus dem Oststeirischen Becken weiter nach N und W als bisher angenommen reichen würde.
In der geoelektrischen Tiefensondierung lassen sich bis zu 6 Horizonte unterscheiden. Im oberen Teil des Tertiärs finden sich ausschließlich niedrige Widerstände (wenige Zehner Wm), während im basalen Teil Widerstände bis zu mehreren 100 Wm auftreten und die höchsten Widerstände innerhalb des Paläozoikums liegen. Zwischen den refraktionsseismischen und geoelektrischen Leithorizonten bestehen teilweise beträchtliche Teufenunterschiede.

Joannea Geol. Paläont. 1: 103-121 (1999)