Die Magnesitlagerstätte Sunk/Hohentauern und ihr geologischer Rahmen
von Fritz Ebner & Walter Prochaska
Zusammenfassung: Die Beschreibung der Spatmagnesitlagerstätte Sunk/Hohentauern und ihres geologischen Rahmens beruht auf der Basis eines umfangreichen veröffentlichten und unveröffentlichten Datenmaterials. Die von 1907 – 1991 abgebaute Lagerstätte liegt in klastisch beeinflussten marinen Karbonatgesteinen (Steilbachgraben Formation) der Veitscher Decke der Grauwackenzone. Diese oberostalpine Einheit erfuhr während der alpidischen Orogenese in der Kreide ihre tektonische und metamorphe Überprägung in Grünschieferfazies; im Tertiär folgte eine intensive Bruchtektonik.
In der Lagerstätte ist Spatmagnesit (meist Pinolitmagnesit) an drei Lager (Liegend-, Mittel-, Hangendbank) gebunden. Die Wirtsgesteine sind Flachwasserorganismen (Korallen, Brachiopoden) führende marine Karbonatgesteine (Kalke, Dolomite), die von Lagen graphitischer klastischer Gesteine getrennt sind. Die einzelnen Magnesitlager scheinen in die alpidische Tektonik eingebunden zu sein. Zur Tiefe lösen sich die oberflächlich mit ca. 30 - 40o nach NW abtauchenden Lager in zylindrische und linsenartige Körper auf, deren Einfallen sich in der Tiefe mit Annäherung an die Basisüberschiebung des Oberostalpins zunehmend verflacht.
Nach der Darstellung von Genesemodellen für Spatmagnesite werden einzelne Fakten in ihrer Relevanz für die Genese der Lagerstätte Sunk/Hohentauern diskutiert.
Joannea Geol. Paläont. 3: 63-103 (2001)


