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Urzeitliche Warane und Schlangen entdeckt

Eine 12 Millionen Jahre alte Fossillagerstätte am Stadtrand von Graz liefert sensationelle Funde

Im Sommer dieses Jahres stießen Paläontologen des Landesmuseum Joanneum auf eine bislang unbekannte Fossilfundstelle. Unter zum Teil widrigsten Umständen - man erinnere sich an das regnerische Wetter - konnten in einer Notgrabung versteinerte Knochen-, Zahn- und Schalenstücke geborgen werden, die einen kleinen Einblick in ein rund 12 Millionen Jahre altes Ökosystem ermöglichen. Die Liste der Funde ist lang und wird sich aller Voraussicht nach noch beträchtlich verlängern.

Bild: Universalmuseum Joanneum

Mehr als 20, meist exotische, Pflanzenarten, wie z. B. Früchte des Zürgelbaumes oder des Lederhülsenbaumes, und über 15 verschiedene Spezies von Schnecken werden von Spezialisten derzeit näher bearbeitet. Unter den zahlreichen Resten von Kleinkrebsen ist auch eine neue Art. Eindrucksvoll lassen die millimetergroßen, kalkigen Schalen Geschlechtsunterschiede, ja sogar Details des Genitalapparates erkennen. Versteinerte Krabben aus den Meeresablagerungen der Südsteiermark sind keine große Seltenheit, doch Süßwasserkrabben, die hier verhältnismäßig häufig gefunden wurden, gehören europaweit zu den absoluten Raritäten. Von der Amphibien- und Reptilienfauna sind bis jetzt Frösche, Glasschleichen, Nattern und Schnappschildkröten nachgewiesen. Dass hier rund einen Meter lange Warane auf der Suche nach Beute umherstreiften, belegen Rippen- und Wirbelfragmente. 10 cm lange Hauer von Wildschweinen, handgroße Mahlzähne von Urelefanten und Nashörnern, Geweihreste von Zwerghirschen und Unterschenkelknochen von Kurzhalsgiraffen vervollständigen das bisherige Bild eines ausgedehnten, subtropischen Feuchtgebietes. Kleine Tümpel, sumpfige Areale, aber auch trockenere Standorte boten einer vielfältigen Flora und Fauna Lebensraum, die nun Stück für Stück enträtselt wird.

Experten des Naturhistorischen Museums Wien und der Geologischen Bundesanstalt unterstützten ebenso wie die Wietersdorfer & Peggauer Zementwerke die weiteren Forschungen.