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Römermuseum Flavia Solva

Eine Brücke in die Vergangenheit!

Flavia Solva im Gebiet der Marktgemeinde Wagna ist die einzige Römerstadt der Steiermark und der bedeutendste römerzeitliche Fundplatz des Landes. Die Siedlung ist in der Nähe eines keltischen Stammesvorortes - der Hauptort dieser uns namentlich unbekannten Kelten lag vermutlich auf dem Frauenberg bei Leibnitz - entstanden und erhielt ca. 70 n. Chr. unter Kaiser Vespasian das Stadtrecht. Die einheimische keltische Bevölkerung war gegenüber neuen Einflüssen aus Rom sehr aufgeschlossen und nahm rasch die römische Zivilisation und Kultur an. Das beweisen neben dem umfangreichen archäologischen Fundmaterial auch die zahlreichen Inschriften und Reliefs, die im Gelände um die antike Stadt häufig zu finden sind und Flavia Solva als eine der kultiviertesten Städte in der römischen Provinz Noricum ausweisen.

Das Römermuseum Flavia Solva ist derzeit saisonbedingt geschlossen und wird in Zukunft eine neue Form der Präsentation anbieten, um ausgewählte Funde aus dem römischen Stadtgebiet in nächster Nähe zum historischen Originalschauplatz sichtbar zu machen.

Maßnahmenkatalog zur Attraktivierung von Flavia Solva

Vom Universalmuseum Joanneum wurde in einer Klausur am 10.10.2011 im Bildungshaus Schloss Retzhof gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt und Vertretern der Marktgemeinde Wagna ein Maßnahmenkatalog zur Attraktivierung der archäologischen Stätte Flavia Solva mit dem Römermuseum und der Freilichtanlage ausgearbeitet.

Römermuseum
Das Gebäude wird bis zur Saison 2012 zu einer von außen begehbaren Vitrine umgebaut. In dieser großräumigen Schauvitrine werden den Besucherinnen und Besuchern in attraktiver Aufbereitung ganzjährig und bei freiem Eintritt die Kulturgeschichte und Archäologie Flavia Solvas gezeigt.
Im Zentrum der Ausstellung werden die wichtigsten Funde aus Flavia Solva stehen, die vom Universalmuseum Joanneum im Verlauf einer mehr als 100-jährigen Ausgrabungstätigkeit geborgen wurden. Bei der Präsentation werden neben klassischen Formen der Vermittlung auch neue Medien eingesetzt. Von der Abteilung Archäologie & Münzkabinett des Universalmuseums Joanneum wird zurzeit ein Ausstellungskonzept erarbeitet.

Die antiken Grundmauern
Das freigelegte Ruinengelände von Flavia Solva umfasst eine Fläche von
ca. 1200 m². Der Erhaltungszustand der Mauerreste, die in den 1980er-Jahren freigelegt und konservatorisch behandelt wurden, ist sehr bedenklich. Es besteht dringender Handlungsbedarf, um den fortschreitenden Verfall der Ruinen aufzuhalten.
Weil freistehende Grundmauern einen authentischen Eindruck vermitteln, es jedoch sehr kostenintensiv und aufwendig ist, das gesamte Mauerwerk der Insula XXII-Ost zu sanieren, wird nun vom Universalmuseum Joanneum geprüft, welche Teile mit vertretbarem Aufwand restauriert werden und sichtbar bleiben können. Die Konservierungs- und Sanierungsmaßnahmen werden schrittweise gesetzt. Im Frühjahr 2012 wird eine Proberestaurierung an einem Teilbereich durchgeführt.

Archäologiepark Flavia Solva
Über diese Maßnahmen zur Neugestaltung des Römermuseums und zur Konservierung der derzeit sichtbaren Mauerreste hinausgehend wird das Konzept eines Archäologieparks Flavia Solva erarbeitet, der einen Eindruck von der Gesamtausdehnung der antiken Stadt vermitteln soll.
Der Archäologiepark soll sich nicht auf die bislang freistehenden Mauern der Insula XXII-Ost und das Museumsgebäude beschränken, sondern die gesamte Liegenschaft umfassen, die in den 1980er-Jahren vom Land Steiermark unter Mithilfe des Bundes angekauft wurde.

Um möglichst zahlreiche und interessante Vorschläge zur Gestaltung des Archäologieparks Flavia Solva zu erhalten, wird bis zum Frühjahr 2012 ein Ideenwettbewerb durchgeführt.