Weiter zum Inhalt


Simon Starling & Superflex

e.g. Superovatus splendens Paill, 2011

 Im Rahmen von Simon Starling & Superflex. e.g.

Ein abteilungsübergreifendes, pansteirisches, polyphones Projekt unter der Regie von Simon Starling und Superflex, mit Super Eggs von Piet Hein, designt im Licht einer mathematischen Formel von Gabriel Lamé, ausgestellt in einem von Erzherzog Johann von Österreich nach einer elliptischen Epiphanie von Johannes Kepler gegründeten Museum.

Im Studienzentrum Naturkunde des Universalmuseums findet sich das glänzende Super Egg unter dem prüfenden Blick des Wissenschaftlers Wolfgang Paill wieder. Anfänglich beeindruckt von der Ähnlichkeit des Eis zu jenen Eiern, die von gewissen Insektenarten produziert werden, widersprechen Paills Beobachtungen schließlich allen vorangegangenen Spekulationen über die Ursprünge und die Geschichte des Super Egg und regen sogar eine mögliche Korrektur der verwendeten Phonetik an. Das Super Egg wird demnach zum Superegg, mit dem vollen lateinischen Namen Superovatus splendens Paill, 2011, wobei Superovatus eine neue Gattung perfekt geformter Eier bestimmt, splendens eine neue und auffallend glänzende Mikroskulptur-Spezies, Paill der Name des Bezeichners ist und 2011 das Jahr der Bestimmung.

Botanische Sammlung

Der Zoologe Wolfgang Paill sagt:
„Hätte ich das Super Egg in meiner Sammlung und es wäre wirklich ‚nur ein Ei‘ (sprich: eine der ersten Stadien eines Tieres), wäre es mir nicht möglich es zu beschreiben, da das Benennen einer neuen Taxon (Gattung) nicht auf der Basis eines einzelnen Eis gemacht werden sollte (und ernstlich nicht gemacht werden kann). Sagen wir also, das ‚Superei‘ repräsentiert ein neues Tier, das nie zuvor entdeckt und vielleicht in tiefer Seehöhe gefangen wurde. Sagen wir auch, dass dieses Tier auf gewisse Weise sehr speziell ist, wir sagen nominotypisch (i.e. wir erwarten nicht in der Zukunft etwas Ähnliches zu finden). In diesem Fall sollte eine neue Gattung eingerichtet werden und natürlich eine neue Art.“

So überlässt sich das Superegg also dem Blick und dem nachfolgenden universalen Klassifikationssystem eines zoologischen Verständnisses, einer systematischen Kategorisierung der Welt, die ursprünglich vom schwedischen Zoologen Carl von Linné (1707 1778) in seinem Buch Systema Naturae eingeführt wurde. Linné behauptete, dass „Gott erschafft, Linné organisiert“ und wählte als Mittelpunkt seines Wappens ein Ei, „um Natur, die in ovo weitergeführt und verewigt wird, zu symbolisieren“. Wenn aber alles im Universum einer zoologischen Ordnung folgend klassifiziert werden kann, bleibt eine Frage unbeantwortet. Wenn unser Wissenschaftler nach Animalia (Reich), Vertebrata (Unterstamm), Mammalia (Klasse), Primates (Ordnung), Haplorrhini (Tribus), Hominoidea (Überfamilie), Hominidae (Familie) und so weiter klassifiziert werden kann, was ist dann mit seinem Blick selbst, der ja in der glänzenden verzerrenden Oberfläche des neu umbenannten Superegg gespiegelt wird? Könnte dieser wiederum klassifiziert werden? Vielleicht als Conspicio Superovatus?

Design: PIET HEIN © Piet Hein A/S Dänemark
SUPERELLIPSE® Piet Hein A/S Dänemark