Das virtuelle Herbarium
Das Herbarium des Landesmuseums Joanneum im World Wide Web
Im Herbarium des Landesmuseums Joanneum stecken - wie in jedem Herbarium - vielfältige Informationen. Im Bemühen, diese Informationen auch zugänglich zu machen, ist jetzt ein weiterer Meilenstein erreicht: Mit Stand November 2008 sind Daten zu rund 45.000 Herbarbelegen über das Internet verfügbar.
1999 wurde damit begonnen, die Daten zu Herbarbelegen, die von den Mitarbeitern der Abteilung neu aufgesammelten wurden, in eine Datenbank zu schreiben. Nach und nach wurden auch ältere Bestände eingearbeitet, so sind die Großpilze nunmehr vollständig erfasst.
Bei den Farn- und Blütenpflanzen werden nicht nur die Angaben von den Herbaretiketten in die Datenbank geschrieben: Von jedem Beleg wird ein digitales Foto angefertigt, das mit Hilfe einer serverseitigen Bildbetrachtungssoftware bequem über das Internet aufgerufen werden kann. Mittlerweile hat die Anzahl der Fotos die 10.000er-Grenze überschritten.
Insgesamt sind derzeit rund 10 Prozent der Belege des Herbariums des Joanneums (internationales Kürzel: GJO) digital aufbereitet.
Abgefragt werden können die Bestände des Herbariums GJO über die Internet-Seite „Virtual Herbaria". Mit einem Suchbefehl kann auch gleichzeitig in den Beständen des Herbariums der Uni Graz (GZU), der Uni Wien (WU), des Naturhistorischen Museums Wien (W) und der Uni Jena (JE) recherchiert werden.
Fotografie eines Herbarbelegs | Eingeben der Daten |
Die im Herbarium liegende Information kann von den Wissenschaftern weltweit wesentlich effizienter genützt werden - und das bei bestmöglicher Schonung der Herbarbelege! Denn oft erübrigt sich das in diesen Fällen bisher praktizierte Verschicken der Herbarbelege mit der Post.
Die Vernetzung der Datenbestände von Herbarien weltweit wird in Zukunft noch intensiver werden. Das gleichzeitige Abfragen von Daten aus verschiedensten Quellen, das Auswerten von einer großen Fülle an weit verstreuten Daten eröffnet für die Forschung ungeahnte Möglichkeiten, die sich heute erst in Ansätzen abzeichnen. So lassen sich beispielsweise die auf tausenden Herbarbelegen dokumentierten (georeferenzierten) Fundpunkten mit einem Mausklick kartografisch darstellen oder die Sammeltätigkeit einer Person rekonstruieren.
Für all diese Recherchen gilt aber eine Grundvoraussetzung: das Material, in dem recherchiert werden soll, muss digital aufbereitet sein. Und da gibt es auch im Herbarium des Landesmuseums Joanneum noch einiges zu tun - denn rund 90 Prozent der Herbarbelege müssen noch bearbeitet werden!
Übrigens: Wer Interesse hat, daran mitzuarbeiten, ist herzlich willkommen.





